Bewertung:

Das Buch untersucht das Konzept des Selbst aus historischer und philosophischer Sicht, insbesondere anhand der Werke von Descartes und dem Neurowissenschaftler Damasio. Malabou präsentiert eine detaillierte Analyse der verschiedenen Ebenen des Selbst, wobei er Neurowissenschaft, Psychoanalyse und Philosophie integriert und gleichzeitig darauf hinweist, dass unser Verständnis des Selbst affektiv und fragil ist.
Vorteile:Das Buch bietet eine brillante Analyse des Selbst, die Neurowissenschaft und Philosophie effektiv miteinander verbindet. Es ist gut recherchiert und regt zur weiteren Lektüre des Themas an. Der Leser findet es unterhaltsam und schätzt seinen innovativen Ansatz zum Verständnis der menschlichen Subjektivität, insbesondere wenn er es zusammen mit anderen zeitgenössischen Theoretikern liest.
Nachteile:Die Leser werden feststellen, dass das Buch einen soliden Hintergrund in Philosophie und Neurowissenschaften erfordert, um seine Konzepte vollständig zu verstehen. Einige könnten sich von der Tiefe der Analyse oder der Integration verschiedener Bereiche überwältigt fühlen, was es für ein allgemeines Publikum schwierig machen könnte.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Self and Emotional Life: Philosophy, Psychoanalysis, and Neuroscience
Adrian Johnston und Catherine Malabou widersetzen sich dem tief verwurzelten Widerstand der theoretischen Geisteswissenschaften gegen die Auseinandersetzung mit den Biowissenschaften. Anstatt die Biologie und ihre Zweige als hoffnungslos reduktiv und politisch verdächtig zu betrachten, sehen sie die jüngsten Fortschritte in der Neurobiologie und ihren angrenzenden Wissenschaftsbereichen als entscheidende Katalysatoren für ein radikales Überdenken der Subjektivität.
Indem sie drei verschiedene Disziplinen miteinander verbinden - die europäische Philosophie von Descartes bis zur Gegenwart, die freudianisch-lakanische Psychoanalyse und die affektiven Neurowissenschaften - triangulieren Johnston und Malabou das Gefühlsleben affektiver Subjekte, wie es in der Philosophie und Psychoanalyse konzeptualisiert wird, mit den Neurowissenschaften. Ihre Experimente kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Johnston stellt fest, dass Psychoanalyse und Neurobiologie sich gegenseitig bereichern können, obwohl die affektive Neurowissenschaft eine erneute Prüfung der Frage erfordert, ob Affekte unbewusst sein können. Die Untersuchung dieser schwierigen Frage hat tiefgreifende Auswirkungen auf die theoretische und praktische Analyse sowie auf das philosophische Verständnis der Emotionen.
Malabou ist der Ansicht, dass die wissenschaftliche Erforschung des Gehirns die etablierten Vorstellungen von affektiver Subjektivität in der kontinentalen Philosophie und der freudianisch-lakanischen Analyse ernsthaft in Frage stellt. Sie konfrontiert die Philosophie und die Psychoanalyse mit etwas, das keiner der beiden Bereiche ernsthaft in Betracht gezogen hat: das Konzept des Wunders und das kalte, beunruhigende Antlitz derjenigen, die von einer Krankheit oder Verletzung so betroffen sind, dass sie emotional nicht mehr betroffen sind. In diesem Austausch geht es um einige der wichtigsten Behauptungen der Philosophie in Bezug auf die Beziehung zwischen dem subjektiven Geist und dem objektiven Körper, die Strukturen und die Dynamik der unbewussten Dimensionen des geistigen Lebens, die Rolle, die Emotionen dabei spielen, uns menschlich zu machen, und die funktionalen Unterschiede zwischen Philosophie und Wissenschaft.