
Silence on the Shores
Silence on the Shores schildert den letzten Tag im Leben eines maghrebinischen Einwanderers in Frankreich.
Nachdem er als junger Mann das Mittelmeer zum "anderen Ufer" überquert hatte, um Arbeit zu finden, blieb er schließlich in Frankreich, heiratete eine Französin und brach das Versprechen, das er seiner Mutter gegeben hatte, eines Tages nach Hause zurückzukehren. Im Bewusstsein, dass der Tod naht, fürchtet er, die ultimative Form des Exils zu erleben: allein zu sterben, ohne einen muslimischen Mitbürger an seiner Seite, der ihm das übliche Totengebet ins Ohr flüstert.
Lela Sebbars minimalistischer Stil vermittelt geschickt und kraftvoll die Einfachheit des täglichen Lebens an beiden Ufern des Mittelmeers. Indem sie mehrere Monologe miteinander verwebt, untersucht sie die verschiedenen Facetten des Exils und die Rolle der Erinnerung bei der Linderung seiner Schmerzen. Lela Sebbar, Tochter einer französischen Mutter und eines algerischen Vaters, befindet sich an der Schnittstelle zweier sehr unterschiedlicher Kulturen.
Sie verbrachte ihre prägenden Jahre im kolonialen Algerien und lebt heute in Paris. Mildred Mortimer ist außerordentliche Professorin für Französisch an der Universität von Colorado.