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Contesting Conversion: Genealogy, Circumcision, and Identity in Ancient Judaism and Christianity
Preisträger des Manfred-Lautenschläger-Preises für theologische Versprechen.
Matthew Thiessen bietet eine nuancierte und weitreichende Studie über die Natur des jüdischen Denkens über Jüdischsein, Beschneidung und Konversion. Anhand von Texten aus der hebräischen Bibel, dem Judentum des Zweiten Tempels und dem frühen Christentum liefert er eine überzeugende Darstellung der verschiedenen Formen des Judentums, aus denen die frühchristliche Bewegung hervorging.
Beginnend mit einer Analyse der hebräischen Bibel argumentiert Thiessen, dass es keine Beweise dafür gibt, dass die Beschneidung als ein Ritus der Bekehrung zur israelitischen Religion angesehen wurde. Vielmehr schloss die Beschneidung, insbesondere die in der israelitischen und frühjüdischen Gesellschaft praktizierte Säuglingsbeschneidung, diejenigen vom Bund aus, die nicht von Abraham abstammten. In der Zeit des Zweiten Tempels begannen viele Juden, sich einer Definition des Judentums anzuschließen, die es Nichtjuden ermöglichte, Juden zu werden. Andere Juden, wie z. B. der Autor des Jubiläumsbuches, hielten diese Definition für problematisch und vertraten eine streng genealogische Auffassung der jüdischen Identität. Infolgedessen sahen sich einige Nichtjuden, die in dieser Zeit zum Judentum konvertierten, der Kritik wegen ihrer verdächtigen Genealogie ausgesetzt.
Thiessens Untersuchung der Art und Weise, wie Juden in der Zeit des Zweiten Tempels Beschneidung und Bekehrung wahrnahmen, ermöglicht ein tieferes Verständnis des frühen Christentums. Contesting Conversion zeigt, dass die sorgfältige Beachtung einer Definition von Jüdischsein, die auf genealogischer Abstammung beruhte, entscheidende Auswirkungen auf das Verständnis der vielfältigen Natur der frühchristlichen Mission unter den Heiden im ersten Jahrhundert nach Christus hat.