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Teach for Arabia: American Universities, Liberalism, and Transnational Qatar
Teach for Arabia bietet einen ethnografischen Bericht über die Erfahrungen von Studenten, Lehrkräften und Verwaltungsangestellten in Education City, Katar. Education City, wo sich die Außenstellen von sechs amerikanischen Eliteuniversitäten befinden, steht für die milliardenschweren Investitionen der katarischen Regierung der letzten zwei Jahrzehnte in den Aufbau einer lokalen wissensbasierten Wirtschaft.
Obwohl die führenden Politiker diese Einrichtungen eifrig begrüßt haben, begrüßen nicht alle Bürger die US-Universitäten in ihrer Mitte. Einige Kritiker sehen sie als Sinnbild für eine Abkehr von traditionellen Werten und eine Verwestlichung. Katarische Studenten, die diese Schulen besuchen, fühlen sich oft stereotypisiert und in ihren Räumen ausgegrenzt.
Neha Vora untersucht, wie amerikanische Zweiguniversitäten die Vorstellungen von Identität und Staatsbürgerschaft sowohl von Staatsbürgern als auch von Nicht-Staatsbürgern beeinflussen und zu nationalen Vorstellungen von der Zukunft und einem transnationalen Katar beitragen. Sie blickt über den Campus hinaus und setzt sich mit den Mythologien von liberalen und illiberalen Menschen, Orten und Ideologien auseinander, die sich um diese Universitäten herum entwickelt haben.
Sowohl Befürworter als auch Gegner von Zweiguniversitäten haben lange Zeit die imperiale Geschichte amerikanischer Universitäten und die Ausgrenzungen und Ungleichheiten ignoriert, die den akademischen Alltag weiterhin prägen. Aus dem Blickwinkel Katars stellt Teach for Arabia den angenommenen Mantel des Liberalismus in westlichen Institutionen in Frage und beleuchtet, wie Menschen zu einem dekolonisierten Universitätsleben und zur Wissensproduktion beitragen können.