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Dreaming and Self-Cultivation in China, 300 Bce-800 Ce
Die Anhänger der verschiedenen Wege der Selbstkultivierung, die es im alten und mittelalterlichen China gab, übten sich täglich in Praktiken, um ihren Körper und ihren Geist fest unter Kontrolle zu bringen. Sie nahmen sich vor, ihr Verhalten, ihre Sprache, ihre Atmung, ihre Ernährung, ihre Sinne, ihre Begierden, ihre Sexualität und sogar ihre Träume zu disziplinieren.
Verglichen mit dem Leben im Wachzustand sind Träume jedoch unvereinbar, unvorhersehbar - mit einem Wort: seltsam. Wie also gingen diese Regime der Selbstgestaltung mit dem Träumen um, einem gesetzlosen und doch allgegenwärtigen Bereich der individuellen Erfahrung? In Träumen und Selbstkultivierung in China, 300 v. Chr.
- 800 n. Chr., untersucht Robert Ford Campany, wie das Träumen in Texten behandelt wurde, die von Vertretern daoistischer, buddhistischer, konfuzianischer und anderer Selbstkultivierungsdisziplinen verfasst und verbreitet wurden.
Anhand eines breiten Spektrums von Schriften, Essays, Abhandlungen, Biografien, Kommentaren, fiktiven Dialogen, Tagebuchaufzeichnungen, Interpretationsschlüsseln und rituellen Anweisungen deckt Campany eine Reihe von einzelnen Paradigmen auf, mit denen die Praktizierenden Träume betrachteten und auf sie reagierten. Er zeigt, wie diese Paradigmen Texten unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen zugrunde liegen, die normalerweise isoliert voneinander behandelt werden.
Das Ergebnis ist eine provokante Meditation über die Beziehung zwischen den nächtlichen Erfahrungen des Einzelnen und den hartnäckigen Versuchen einer Kultur, sie zu disziplinieren, zu interpretieren und in die wache Praxis einzubinden.