
Enchantment and Dis-enchantment in Shakespeare and Early Modern Drama: Wonder, the Sacred, and the Supernatural
Dieser Band befasst sich mit dem Umgang mit dem Wundersamen, Magischen, Heiligen, Numinosen, Unheimlichen, Auratischen und Sakralen in den Stücken Shakespeares und seiner Zeitgenossen, die in einer Epoche entstanden, die oft mit dem unwiderstehlichen Aufstieg eines ausgedünnten säkularen Rationalismus in Verbindung gebracht wird. Ausgehend vom literarischen Text und mit Blick auf soziale, kulturelle und historische Aspekte werden die Instabilitäten „verzauberter“ und „entzauberter“ Denk- und Wissenspraktiken in der frühen Neuzeit untersucht.
Wenn das, was sich auf wundersame Weise von den Vorstellungen über das gewöhnliche Funktionieren der Welt abhebt, als „verzaubert“ bezeichnet werden kann, wird dann die Verzauberung durch die Übertragung auf das Theater geschwächt, gestärkt oder modal verändert? Es gibt eine überlieferte historische Darstellung der Entzauberung als eines groß angelegten frühmodernen kulturellen Prozesses, der unaufhaltsam ist und darin besteht, eine rational verstandene und kontrollierbare Welt durch eine Welt zu ersetzen, die erhebliche Bereiche des Mysteriums enthält. Der frühneuzeitliche kulturelle Wandel beinhaltet jedoch Transpositionen, Neuschöpfungen oder Neuerfindungen des Verzauberten und nicht nur dessen Ersatz in abgeschwächter oder denaturierter Form. Dieser Sammelband befasst sich zentral mit dem, was im Theater passiert, als einem Medium, das Erfahrungen des Staunens sowohl Macht verleihen als auch sie umschreiben und einschränken kann.
Er behandelt Stücke, die für die Volksbühne geschrieben wurden und zu bedeutenden zeitgenössischen Neuorientierungen des Sehens, des Bewusstseins und der kognitiven Praxis beitragen und diese reflektieren. Der Band nutzt die Idee der Entzauberung/Wiederverzauberung als zentralen Dreh- und Angelpunkt, um die frühneuzeitlichen Konzeptualisierungen und Theatralisierungen des Wunders, des Heiligen und des Übernatürlichen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Magie, Hexerei, Verzauberung und Naturphilosophie bei Shakespeare und im frühneuzeitlichen Drama zu leisten.