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When Artists Curate: Contemporary Art and the Exhibition as Medium
Ein zunehmender Anteil der Ausstellungen wird von Künstlern und nicht von professionellen Kuratoren kuratiert. In diesem Buch liefert Alison Green die erste kritische Geschichte bildender Künstler als Kuratoren.
Greens kuratorischer Künstler entpuppt sich als eine scheinbar widersprüchliche Figur: jemand, der eine besondere Verantwortung für die Kritik der Kunstinstitutionen trägt, der beträchtliche Kreativität in das Handwerk des Ausstellungsmachens einbringt und der durch Experimente die Art und Weise verändert hat, wie Ausstellungen als Autor und Erfahrung verstanden werden - aber gleichzeitig jemand, der seltsamerweise allgegenwärtig ist. Anstatt Künstlerkuratoren als außergewöhnlich oder selten darzustellen, stellt Green die Tatsache fest, dass Künstler immer und an allen möglichen Orten kuratieren: in Galerien und Museen, in Ateliers, in geliehenen Räumen wie Schaufenstern oder Industriegebäuden, in Vorzimmern und Schaufenstern, in Zoos oder Konzertsälen, auf Straßen und in der Natur. Aus der Sicht der Künstler ist das Zeigen ein Teil des Kunstmachens.
Wenn man diese Idee verstanden hat, sieht die Geschichte der Kunst ganz anders aus. Das Buch When Artists Curate ist wunderschön illustriert und enthält ausführliche Erkundungen der Arbeit von angesehenen Künstlerkuratoren wie Daniel Buren, Goshka Macuga, Thomas Hirschhorn, Rosemarie Trockel, Hito Steyerl, Andy Warhol und Felix Gonz lez-Torres.