Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde Geschichte der Lebensversicherungsbranche, in der persönliche Geschichten, soziale Fragen und die Entwicklung der Datennutzung in der Gesellschaft miteinander verwoben werden. Es überrascht viele Leser mit seiner fesselnden Erzählung und macht ein traditionell langweiliges Thema sowohl interessant als auch zum Nachdenken anregend.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und umfassende Geschichte
⬤ verankert durch fesselnde menschliche Geschichten
⬤ verbindet historische Themen mit moderner Datennutzung
⬤ relevante soziale Kommentare
⬤ wunderschön illustriert
⬤ fesselnder Erzählstil
⬤ zugänglich für allgemeine Leser.
Manche mögen die komplizierten Details der Daten und Statistiken überwältigend finden; nicht alle Leser werden sich zunächst zum Thema Versicherungen hingezogen fühlen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
How Our Days Became Numbered: Risk and the Rise of the Statistical Individual
Lange vor dem Zeitalter von "Big Data" oder dem Aufstieg der heutigen "Selbstquantifizierer" hat sich der amerikanische Kapitalismus das "Risiko" zu eigen gemacht - und damit begonnen, unsere Tage zu zählen. Die Lebensversicherer machten es vor und entwickelten numerische Verfahren zur Messung von Einzelpersonen und Gruppen, zur Vorhersage ihres Schicksals und zur Beeinflussung ihrer Zukunft. Von den vergoldeten Vorstandsetagen in Lower Manhattan aus bahnten sich diese Praktiken ihren Weg in die Salons und Mietskasernen der ganzen Nation und veränderten schon bald die Zukunft, die sie vorgaben, vorhersagen zu können.
How Our Days Became Numbered erzählt die Geschichte einer Unternehmenskultur, die die amerikanische Kultur umgestaltet - eine Geschichte von Intellektuellen und Fachleuten in und um Versicherungsunternehmen, die das Leben der Amerikaner durch Zahlen neu definierten und den einfachen Amerikanern beibrachten, dasselbe zu tun. Es war nicht einfach, den Einzelnen zur Statistik zu machen. Die Gesetzgeber stritten darüber, ob es angemessen sei, nach Rasse zu diskriminieren oder die Auswirkungen der Schwankungen des Kapitalismus auf den Einzelnen zu glätten. In der Zwischenzeit kam es in den Unternehmen zu Debatten zwischen Ärzten und Versicherungsmathematikern und Agenten, die zu ausgeklügelten, geheimen Überwachungs- und Berechnungssystemen führten.
Dan Bouk zeigt auf, wie die Versicherer in etwas mehr als einem halben Jahrhundert den Grundstein für unsere heutige, von Quantifizierung und Risiko geprägte Welt gelegt haben. Um zu verstehen, wie die Finanzwelt den modernen Körper formt, wie Risikobewertungen Ungleichheiten aufgrund von Rasse oder Geschlecht verewigen können und wie die Quantifizierung und Beanspruchung von Risiken für jeden von uns weiter zunimmt, müssen wir die Geschichte derjenigen ernst nehmen, die unser Leben als eine Reihe von Wahrscheinlichkeiten betrachten, die es zu verwalten gilt.