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Wikipedia U: Knowledge, Authority, and Liberal Education in the Digital Age
Seit ihrem Start im Jahr 2001 ist die Wikipedia ein Blitzableiter für Debatten über Wissen und traditionelle Autorität gewesen. Sie wurde insbesondere von Herausgebern gedruckter Enzyklopädien und Hochschulprofessoren unter die Lupe genommen, die skeptisch sind, ob eine Enzyklopädie, bei der die meisten Einträge von anonymen Mitarbeitern, deren Referenzen nicht festgestellt werden können, potenziell endlos überprüft und bearbeitet werden, jemals wirklich genau oder verbindlich sein kann.
In Wikipedia U argumentiert Thomas Leitch, dass die Annahmen, die diese Kritiker in Bezug auf Genauigkeit und Autorität machen, selbst zur Debatte stehen. Schließlich wird von Akademikern erwartet, dass sie sowohl die neuesten Forschungsergebnisse heranziehen als auch auf die ältesten Quellen in ihrem Fachgebiet zurückgreifen, die jeweils ihre eigene Autorität haben. Und wenn Lehrerinnen und Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen, sich Informationen anzueignen, damit sie diese selbständig hinterfragen können, ist es ihr oberstes Ziel, eine neue Generation von Denkern und Entscheidungsträgern heranzubilden, deren Autorität letztendlich ihre eigene ersetzen wird.
Wikipedia U bietet wichtige neue Lektionen über die Natur der Autorität und die Chancen und Herausforderungen des Web 2.0. Leitch betrachtet Wikipedia als ideales Instrument, um die zentralen Annahmen hinter der liberalen Bildung zu untersuchen, so dass sie mehr ist als nur, wie einer ihrer schärfsten Kritiker behauptet hat, „das Enzyklopädiespiel, das online gespielt wird“.