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We Cannot Remain Silent: Opposition to the Brazilian Military Dictatorship in the United States
1964 wurde die demokratisch gewählte, linke Regierung Brasiliens durch einen Staatsstreich abgesetzt und durch eine Militärjunta ersetzt. Die Regierung Johnson erkannte die neue Regierung schnell an.
Die US-Presse und die Mitglieder des Kongresses unterstützten die "Revolution" und die antikommunistische Agenda der Putschisten fast einhellig. Nur wenige Amerikaner wussten von den Menschenrechtsverletzungen, die das neue brasilianische Regime beging. Bis 1969 hatte eine kleine Gruppe von Akademikern, Geistlichen, brasilianischen Exilanten und politischen Aktivisten damit begonnen, die amerikanische Öffentlichkeit über die gewaltsame Unterdrückung in Brasilien aufzuklären und den Widerstand gegen die Diktatur zu mobilisieren.
Bis 1974 brachten die meisten informierten politischen Aktivisten in den Vereinigten Staaten die brasilianische Regierung mit ihren Folterkammern in Verbindung. In We Cannot Remain Silent (Wir können nicht schweigen) analysiert James N. Green die US-Basisaktivitäten gegen die Folter in Brasilien und die Art und Weise, wie diese Bemühungen dazu beitrugen, einen neuen Diskurs über Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika zu schaffen.
Er erklärt, wie die Kampagne gegen die brasilianische Diktatur den Grundstein für nachfolgende US-Bewegungen gegen Menschenrechtsverletzungen in Chile, Uruguay, Argentinien und Zentralamerika legte. Green interviewte viele der Aktivisten, die Journalisten, Regierungsbeamte und die Öffentlichkeit über die Missstände in der brasilianischen Diktatur aufklärten. Auf der Grundlage dieser Interviews und von Archivrecherchen in Brasilien und den Vereinigten Staaten beschreibt er den Aufbau eines Netzwerks von Aktivisten mit internationalen Verbindungen, die Dokumentation systematischer Folter und Unterdrückung sowie die Pflege von Verbündeten im Kongress und der Presse.
Diese Bemühungen trugen dazu bei, den Terror der Diktatur zu entlarven und die Unterstützung der USA für das Regime zu untergraben. Vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Veränderungen der 1960er und 1970er Jahre erzählt Green die Geschichte einer dezentralisierten, internationalen Basisbewegung, die die US-Außenpolitik wirksam herausforderte.