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Zen Master Tales: Stories from the Lives of Taigu, Sengai, Hakuin, and Ryokan
Eine lebendige Sammlung von Volksmärchen und buddhistischen Lehrgeschichten von vier bekannten japanischen Zen-Meistern der Vormoderne: Taigu Schiku (1584-1669), Sengai Gibon (1750-1831), Hakuin Ekaku (1686-1769), und Taigu Rykan (1758-1831).
Zen-Meistergeschichten versammelt bisher nicht übersetzte Geschichten von vier bedeutenden Zen-Meistern aus der Edo-Zeit der japanischen Geschichte (1603-1868). Die Geschichten stammen aus einer Zeit, in der das japanische Zen "demokratisiert" wurde, und zeichnen ein Bild des robusten, lustigen und ergreifenden Zusammenwirkens zwischen Zen-Koryphäen und der aufkommenden chоnin- oder "Stadtmenschen"-Kultur des frühen modernen Japans. Hier treffen Zen-Mönche auf Samurai, Kaufleute, Hausfrauen, Unterhalter und Bauern. Diese Meister bestätigten, dass die Grundlagen der Zen-Praxis - Zazen, Koan-Studium und sogar Erleuchtung - allen Mitgliedern der japanischen Gesellschaft in gewöhnlicher Sprache vermittelt werden konnten, sogar in komischen Versen und Arbeitsliedern. Vor dem Hintergrund dieses reichhaltigen Bildes dienen die Erzählungen der Zen-Meister nicht nur als Text für Zen-Schüler, sondern auch als weitreichendes Fenster zur faszinierenden literarischen, materiellen und sozialen Geschichte des Edo-Japan.
In seiner Einleitung erläutert der Übersetzer Peter Haskel die Geschichte der Zen-"Geschichten" vom Goldenen Zeitalter der Tradition in China über die Zusammenstellung der klassischen Koan-Sammlungen bis hin zu der Ära, aus der die Geschichten in Zen-Meistererzählungen stammen. Was für die chinesische Tradition galt, so schreibt er, "die Konzentration auf die gewöhnliche Tätigkeit des Einzelnen als Funktion, als Manifestation des Absoluten", setzte sich im japanischen Kontext fort. "Die meisten dieser japanischen Geschichten, so unverschämt humorvoll und zuweilen grob sie auch sein mögen, vermitteln etwas vom Charakter der beteiligten Zen-Meister, deren Errungenschaft sich selbst in den bescheidensten und unwahrscheinlichsten Situationen offenbaren muss".