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Civil Disobedience
Was ist ziviler Ungehorsam? Obwohl Mahatma Gandhi und Martin Luther King dazu beigetragen haben, den Begriff bekannt zu machen, bleibt bis heute unklar, wie wir zivilen Ungehorsam am besten verstehen sollen. Warum haben sich so viele verschiedene Aktivisten und Intellektuelle dieser Idee angenommen, und mit welchem Ziel? Ist ziviler Ungehorsam in der hypervernetzten Welt von heute noch politisch relevant? Ist es zum Beispiel sinnvoll, die Aktionen von Edward Snowden oder die der jüngsten globalen Bewegungen wie Occupy als unter diese Rubrik fallend zu beschreiben? Wenn ja, wie muss sie sich anpassen, um auf die Herausforderungen der Digitalisierung und Globalisierung und den Aufstieg des populistischen Autoritarismus im Westen zu reagieren? In diesem elegant geschriebenen Einführungstext analysiert William E.
Scheuerman systematisch die wichtigsten Interpretationen des zivilen Ungehorsams. Er zeigt die eklatanten Unterschiede zwischen religiösen, liberalen, radikaldemokratischen und anarchistischen Auffassungen auf und verdeutlicht gleichzeitig, dass zentrale Gemeinsamkeiten bestehen.
Im Gegensatz zu denjenigen, die die Idee des zivilen Ungehorsams verwässern oder als veraltet ansehen, rettet Scheuerman erfolgreich ihre zentralen Elemente. Das Konzept des zivilen Ungehorsams, so argumentiert er, bleibt ein zentrales Instrument für jeden, der politische und soziale Veränderungen herbeiführen will.