Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Analyse des Richters am Obersten Gerichtshof Clarence Thomas, wobei der Schwerpunkt auf seiner Rechtsprechung und seinen wichtigsten Stellungnahmen liegt. Ralph Rossum verteidigt Thomas' Ruf und seinen Beitrag zum Originalismus, indem er Missverständnissen entgegenwirkt und seine seriöse Herangehensweise an seine Rolle hervorhebt.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und gründliche Analyse
⬤ bietet einen Einblick in die Rechtsprechung von Richter Thomas
⬤ vermeidet trockenes akademisches Schreiben
⬤ für Laien zugänglich
⬤ bietet ein klares Verständnis von Thomas' Interpretationen.
Bisweilen schwierig zu lesen; der Stil ähnelt dem eines Anwaltsschriftsatzes, was es für manche Leser schwierig machen könnte, dem Buch zu folgen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Understanding Clarence Thomas: The Jurisprudence of Constitutional Restoration
Obwohl Clarence Thomas seit fast 25 Jahren Richter am Obersten Gerichtshof ist und fast fünfhundert Stellungnahmen verfasst hat, wird er von Rechtswissenschaftlern und Fachleuten kurz gehalten und oft als engstirniger Parteigänger, schweigende Präsenz auf der Richterbank, Feind seiner Ethnie und Werkzeug von Antonin Scalia abgetan. Und doch haben, wie dieses Buch deutlich macht, nur wenige Richter des Obersten Gerichtshofs eine so klare und konsequente Verfassungsrechtsprechung entwickelt wie Thomas. Ebenfalls wenig bekannt, aber in Ralph A. Rossums detaillierter Bewertung der Rechtsprechung des Richters deutlich, ist, wie tiefgreifend Thomas' Einfluss in bestimmten Bereichen des Verfassungsrechts war - nicht nur auf der Richterbank, sondern auch bei einigen seiner einstigen abschätzigen Kritiker.
In seinen Jahren am Gerichtshof hat Thomas einen Ansatz zur Auslegung der Verfassung verfolgt, der sich an der ursprünglichen allgemeinen Bedeutung orientiert. Er hat sich nicht von Präzedenzfällen beeinflussen lassen, sondern von der allmählichen Anhäufung von Auslegungen, die seiner Meinung nach die ursprüngliche Bedeutung der fraglichen Verfassungsbestimmung verzerren und zu verworrenen Entscheidungen und widersprüchlichen Schlussfolgerungen führen. In einer genauen Lektüre von Thomas' Hunderten von gut ausgearbeiteten, umfassend recherchierten und leidenschaftlich argumentierten Mehrheits-, Zustimmungs- und abweichenden Stellungnahmen untersucht Rossum, wie der Richter diesen Ansatz der ursprünglichen Bedeutung auf Fragen der Verfassungsstruktur anwendet, die sich auf den Föderalismus beziehen; materielle Rechte, die sich in den Religionsklauseln des Ersten Verfassungszusatzes, der Rede- und Pressefreiheit, dem Recht des Zweiten Verfassungszusatzes, Waffen zu behalten und zu tragen, den Beschränkungen des Fünften Verfassungszusatzes in Bezug auf die Aneignung von Privateigentum und dem Vierzehnten Verfassungszusatz in Bezug auf Abtreibungsrechte finden, sowie verschiedene strafrechtliche Verfahrensbestimmungen, die sich in den Ex-Post-Facto-Klauseln und der Bill of Rights finden.
Thomas begründet seinen ursprünglichen Ansatz der allgemeinen Bedeutung mit der Unabhängigkeitserklärung und ihrer selbstverständlichen Wahrheit, dass alle Menschen gleich geschaffen sind; diese Wahrheit, so betont er, geht der Verfassung voraus und liegt ihr zugrunde. Understanding Clarence Thomas zeichnet die zahlreichen Konsequenzen nach, die sich für Thomas aus der zentralen Bedeutung dieser selbstverständlichen Wahrheit ergeben, und zeigt, wie diese seine Stellungnahmen in Fällen von Rassentrennung, Rassenpräferenz und Wahlrecht prägen.
Dieses Werk ist die bisher gründlichste Darstellung der Rechtsprechung dieses produktiven, aber wenig verstandenen Richters und bietet eine einzigartige Gelegenheit, nicht nur die Bedeutung der Stellungnahmen von Clarence Thomas zu verstehen, sondern auch ihre Bedeutung für den Obersten Gerichtshof und die Auslegung der Verfassung in unserer Zeit.