Bewertung:

In den Rezensionen des Buches wird seine Bedeutung für die Erörterung der Auswirkungen von Kolonialismus, Rassismus und des historischen Kontextes der modernen Welt hervorgehoben. Viele Leser fanden es aufschlussreich und notwendig und schätzten die gründliche Untersuchung systemischer Fragen und der Hinterlassenschaften des Imperiums. Einige Kritiker wiesen jedoch auf vermeintliche Ungereimtheiten oder Versäumnisse in den dargelegten Argumenten hin, insbesondere in Bezug auf die Komplexität der globalen Beziehungen und die Rolle verschiedener Gruppen bei Rassismus und Unterdrückung.
Vorteile:⬤ Aufschlussreich und erhellend
⬤ wirft wichtige historische und aktuelle Fragen auf
⬤ regt zur kritischen Diskussion an
⬤ motivierend und zum Nachdenken anregend
⬤ empfohlen für ein breites Publikum, insbesondere für diejenigen, die sich für rassische und sozioökonomische Gerechtigkeit interessieren.
⬤ Einige Leser fanden es frustrierend, dass es an detaillierten Beweisen mangelt
⬤ sahen Ungereimtheiten in den Argumenten des Autors
⬤ einige Inhalte könnten schwer verdaulich sein
⬤ ein Fokus, der bestimmte Zielgruppen entfremden könnte, da der Autor behauptet, dass nur Schwarze die notwendigen Veränderungen durchsetzen können.
(basierend auf 38 Leserbewertungen)
The New Age of Empire: How Racism and Colonialism Still Rule the World
Eine vernichtende Untersuchung der vielen Wege, auf denen die Auswirkungen und die Logik des antischwarzen Kolonialismus weiterhin unsere moderne Welt prägen.
Kolonialismus und Imperialismus werden oft als ferne Erinnerungen betrachtet, ob sie nun in der kollektiven Nostalgie Großbritanniens verherrlicht oder im Geschichtsunterricht als Sünde der Vergangenheit gelehrt werden. Diese Vorstellung wird durch den Aufstieg Indiens, Chinas, Argentiniens und anderer nicht-westlicher Nationen zu führenden Weltmächten bestärkt. Multikulturalismus, Einwanderung und Globalisierung haben Traditionalisten zu der Befürchtung veranlasst, dass der Westen im Niedergang begriffen ist und dass die Weißen rasch ins Hintertreffen geraten.
Sowohl Progressive als auch Reaktionäre vertreten die Ansicht, dass wir in einer post-rassischen Gesellschaft leben.
Aber der Imperialismus, so argumentiert Kehinde Andrews, ist lebendig und gesund. Er hat nur eine neue Form angenommen: eine, in der die USA und nicht Europa im Zentrum der westlichen Herrschaft stehen, und die imperiale Macht ähnelt eher dem Rassenkapitalismus als der Ausweitung von Kolonialbesitz. Der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Welthandelsorganisation und sogar die Vereinten Nationen sind nur einige dieser modernen Mechanismen des westlichen Imperialismus. Doch diese imperialistischen Logiken und Taktiken beschränken sich nicht nur auf den Westen oder auf Weiße, wie in den neokolonialen Beziehungen zwischen China und Afrika. Andrews taucht tief in die Konzepte des rassischen Kapitalismus und des rassischen Patriarchats ein und fügt diesen oft zu vereinfachten Erzählungen Nuancen und Kontext hinzu, wobei er die Rechte und die Linke gleichermaßen herausfordert.
Andrews führt den Leser vom Völkermord über die Sklaverei bis zum Kolonialismus und erklärt geschickt die Geschichte dieser Phänomene, wie ihre Rechtfertigungen miteinander verbunden sind und wie sie unsere Welt bis heute prägen. Das neue Zeitalter des Imperiums ist eine vernichtende Anklage weißer Ideologien, vom Marxismus bis zum Neoliberalismus, und eine Erinnerung daran, dass unsere Geschichte nie wirklich vorbei ist.