Bewertung:

Die Rezensionen heben Thomas Fudges Untersuchung des Gerichtsverfahrens gegen Jan Hus hervor, eine bedeutende historische und religiöse Figur, deren Verfolgung wegen Ketzerei allgemeinere Themen von Macht und Gerechtigkeit sowohl im mittelalterlichen als auch im zeitgenössischen Kontext widerspiegelt. Das Buch gibt einen Einblick in das mittelalterliche Recht und die Spannungen innerhalb der Kirche und bietet sowohl informative historische Inhalte als auch eine fesselnde Erzählung.
Vorteile:⬤ Detaillierte Untersuchung des Prozesses von Jan Hus und des mittelalterlichen Rechts
⬤ gut recherchiert und informativ
⬤ hebt wichtige historische Themen hervor
⬤ fesselnde und augenöffnende Erzählung
⬤ bietet eine Perspektive auf zeitgenössische Fragen der staatlichen Macht und der Behandlung von Andersdenkenden.
Es wird erwähnt, dass die historische Komplexität Vorkenntnisse voraussetzt, was für einige Leser eine Herausforderung darstellen könnte; der Inhalt könnte sich aufgrund des rechtlichen und historischen Schwerpunkts schwer oder dicht anfühlen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Trial of Jan Hus: Medieval Heresy and Criminal Procedure
Vor sechshundert Jahren verließ der tschechische Priester Jan Hus (1371-1415) Böhmen auf Nimmerwiedersehen. Nach einer fünfjährigen juristischen Tortur, die in Prag, an der päpstlichen Kurie und schließlich in Süddeutschland stattfand, wurde der Fall von Jan Hus von einer der größten und prächtigsten kirchlichen Versammlungen verhandelt.
Versammlungen in der mittelalterlichen Geschichte: das Konzil von Konstanz. Vor einem riesigen Publikum wurde Hus als hartnäckiger und ungehorsamer Ketzer lebendig verbrannt. Sein Prozess löste heftige Reaktionen und Meinungen aus, die von Genugtuung bis zum Vorwurf des Justizmordes reichten.
Thomas A. Fudge bietet die erste englischsprachige Untersuchung der Anklageschrift, des einschlägigen Kirchenrechts und von Fragen der Verfahrensrechtmäßigkeit. In der modernen Welt empfindet man instinktiv Sympathie für einen Mann, der für seine Überzeugungen lebendig verbrannt wurde, und man geht davon aus, dass jedes Gericht, das ein solches Vorgehen billigte,.
Es muss irregulär gewesen sein. War Hus der Ketzerei schuldig? Standen seine lehrmäßigen Überzeugungen im Widerspruch zu den von der lateinischen Kirche vertretenen Vorstellungen? War sein Prozess rechtmäßig? Trotz seiner historischen Bedeutung und der Kontroverse, die er auslöste, ist der Prozess gegen Jan Hus noch nie Gegenstand einer Untersuchung gewesen.
Gründliche juristische Analyse oder Bewertung anhand der vorherrschenden kanonischen Gesetzgebung und des Verfahrensrechts im Spätmittelalter.
Der Prozess gegen Jan Hus zeigt, wie dieser beliebte und erfolgreiche Priester zu einem kriminellen Verdächtigen und einem verurteilten Verbrecher wurde und warum er öffentlich hingerichtet wurde, und bietet einen kritischen Einblick in den vielleicht bedeutendsten Ketzerprozess des Mittelalters.