Bewertung:

Mary Fulbrooks Buch bietet eine eingehende Analyse des Lebens in Ostdeutschland (DDR) und konzentriert sich dabei auf das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Staat und seinen Bürgern. Es zeichnet ein differenziertes Bild der DDR als einer Gesellschaft, die von Teilhabe an der Regierung geprägt war, aber durch die übergreifende Kontrolle des Regimes eingeschränkt wurde. Das Buch wurde wegen seines wissenschaftlichen Ansatzes und seiner detaillierten Sozialgeschichte gelobt, aber auch wegen seines dichten Schreibstils und einiger Vorurteile kritisiert.
Vorteile:** Eingehende Analyse des Lebens in der DDR, die die soziale Dynamik und die Beteiligung der Bürger detailliert beschreibt. ** Gut recherchiert und unter Verwendung umfangreichen Archivmaterials. ** Ausgewogene kritische Perspektiven auf das Regime, ohne in Schwarz-Weiß-Darstellungen zu verfallen. ** Bietet einen einzigartigen Blick auf die Subkulturen in Ostdeutschland. ** Empfehlenswert für diejenigen, die akademische Einblicke in die DDR suchen.
Nachteile:** Der Text ist dicht, übermäßig akademisch und manchmal ermüdend. ** Gelegentliche politische Voreingenommenheit und fehlender Kontext für bestimmte Themen (z. B. die Stasi). ** Könnte nicht für allgemeine Leser geeignet sein; besser geeignet für ein akademisches Publikum. ** Einige erhebliche Druckfehler (z. B. falsch gedruckte Kapiteleinleitungen). ** Kann von Personen, die mit der DDR-Geschichte nicht vertraut sind, als langweilig und schwierig zu lesen empfunden werden.
(basierend auf 15 Leserbewertungen)
The People's State: East German Society from Hitler to Honecker
Wie sah das Leben der Ostdeutschen, die praktisch hinter dem Eisernen Vorhang eingesperrt waren, wirklich aus? Die Schlagzeilen über Spione im Kalten Krieg und die Überwachung durch die Geheimpolizei, über politische Unterdrückung und Korruption erzählen nicht die ganze Geschichte. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 erinnerten sich viele Ostdeutsche an ein interessantes, abwechslungsreiches Leben voller Bildungs-, Berufs- und Freizeitmöglichkeiten: in vielerlei Hinsicht ein ganz normales Leben.
Mary Fulbrook nutzt die reichhaltigen Quellen der neu geöffneten DDR-Archive, um diese widersprüchlichen Erzählungen zu untersuchen. Sie untersucht den Wandel der ostdeutschen Gesellschaft von den Ruinen von Hitlers Drittem Reich zu einem sich modernisierenden Industriestaat.
Sie untersucht die sich wandelnden Vorstellungen von Normalität innerhalb eines autoritären politischen Systems und gibt außergewöhnliche Einblicke in die Art und Weise, wie der Einzelne seine Rechte wahrnahm und aktiv versuchte, sein Leben zu gestalten. An die Stelle des vereinfachenden Schwarz-Weiß-Konzepts des Totalitarismus tritt in diesem Buch die Vorstellung einer partizipatorischen Diktatur, die das ostdeutsche Volk wieder zu Akteuren seiner eigenen Geschichte macht.