Bewertung:

Katherine Newmans Buch „The Accordion Family“ (Die Akkordeonfamilie) bietet eine umfassende Untersuchung des zunehmenden Trends, dass erwachsene Kinder in verschiedenen Kulturen bei ihren Eltern leben, wobei der Schwerpunkt auf den Industrieländern liegt. Anhand von Interviews und Forschungsergebnissen untersucht das Buch die sozioökonomischen Faktoren, die zu diesem Phänomen beitragen, sowie die sich verändernden Definitionen des Erwachsenseins.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und bietet aufschlussreiche kulturelle Analysen aus Interviews, die in mehreren Ländern geführt wurden. Die Leser schätzen die gründliche Erforschung der Auswirkungen der Globalisierung und der wirtschaftlichen Herausforderungen auf die Fähigkeit junger Erwachsener, unabhängig zu werden. In vielen Rezensionen werden die faszinierenden Einsichten und die aktuelle Relevanz des Buches für aktuelle gesellschaftliche Themen hervorgehoben.
Nachteile:Einige Leser fanden, das Buch wiederhole sich teilweise und lese sich zu sehr wie ein Soziologie-Lehrbuch, was Gelegenheitsleser abschrecken könnte. Kritisiert wurde auch, dass die Situation in den USA im Vergleich zu europäischen und asiatischen Kontexten zu kurz kommt. Außerdem waren einige der Meinung, dass die Perspektive des Autors gelegentlich zu offensichtlich war.
(basierend auf 11 Leserbewertungen)
The Accordion Family: Boomerang Kids, Anxious Parents, and the Private Toll of Global Competition
Warum sitzen Erwachsene in ihren Zwanzigern und Dreißigern in den wohlhabendsten Ländern der Welt im Haus ihrer Eltern fest?
Es steht außer Frage, dass die Globalisierung die kulturelle Landschaft in der ganzen Welt drastisch verändert hat. Die Lebenshaltungskosten steigen, und hohe Arbeitslosenzahlen haben ein unhaltbares wirtschaftliches Klima geschaffen, das den Weg zum Erwachsenwerden für junge Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern stark beeinträchtigt hat. Und es ist kein Ende in Sicht. Die Familien kauern sich zusammen und weiten ihre Haushalte aus, um die wirtschaftlich schwachen jungen Erwachsenen zu versorgen. Die renommierte Soziologin Katherine Newman untersucht den Trend zu einer wachsenden Zahl von Akkordeon-Familien“, die sich aus erwachsenen Kindern zusammensetzen, die von den Ersparnissen ihrer Eltern leben und kaum über eigene Mittel verfügen werden, wenn die ältere Generation nicht mehr lebt.
Während der Trend die Industrieländer durchzieht, sind die kulturellen und politischen Reaktionen auf Akkordeonfamilien sehr unterschiedlich. In Japan herrscht ein Gefühl des Schreckens und der Angst vor „parasitären Singles“, während in Italien der „Kult des Mammismo“ oder der „Mamasöhnchen“ weit verbreitet und akzeptiert ist, obwohl die Regierung dagegen vorgeht. In Spanien machen frustrierte Eltern und Millenials Politiker und Großunternehmen für die wachsende Zahl von Jugendlichen verantwortlich, die gezwungen sind, zu Hause zu leben.
Newmans Untersuchung, die in sechs Ländern durchgeführt wurde, entführt den Leser in die Häuser von Akkordeon-Familien und deckt faszinierende Verbindungen zwischen der Globalisierung und dem Trend des Scheiterns auf. Auf der Grundlage von mehr als dreihundert Interviews kommt Newman zu dem Schluss, dass Nationen mit schwachen Wohlfahrtsstaaten die höchste Häufigkeit von Akkordeonfamilien aufweisen, während der Trend in den nordischen Ländern praktisch unbekannt ist. Die Vereinigten Staaten liegen dazwischen. Doch die Globalisierung verändert die Landschaft des Erwachsenwerdens überall, und die Folgen sind weitreichend für unser Privatleben. In diesem fesselnden und dringenden Buch fordert Newman die Amerikaner auf, die Boomerang-Generation nicht einfach abzutun, sondern vielmehr eine Strategie zu entwickeln, wie wir der jüngeren Generation helfen können, ihren eigenen Platz in der Welt zu finden.
Aus der Hardcover-Ausgabe.