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Who Cares?: Public Ambivalence and Government Activism from the New Deal to the Second Gilded Age
Die Amerikaner glauben gerne, dass sie sich um die ihren kümmern, besonders in Zeiten der Not. Vor allem die Zeit der Großen Depression und der Großen Gesellschaft ist im kollektiven Gedächtnis als eine Zeit der Solidarität und des Mitgefühls für die weniger Glücklichen verankert. Who Cares? stellt diese Geschichte in Frage, indem es Meinungsumfragen und Briefe von Durchschnittsbürgern an Präsidenten untersucht. Diese zum Teil wenig bekannten Belege zeigen eine viel düsterere, ungeduldigere Haltung gegenüber den Armen, Arbeitslosen und Besitzlosen in den 1930er und 1960er Jahren. Katherine Newman und Elisabeth Jacobs zeigen, dass einige der sozialpolitischen Maßnahmen, die die Amerikaner heute als selbstverständlich ansehen, nur wenige Jahre nach ihrer Einführung an einer sinkenden öffentlichen Unterstützung litten. Doch die Amerikaner waren ebenso wenig begeistert von den Bemühungen, Sozialprogramme abzubauen, sobald sie einmal etabliert waren. Entgegen der landläufigen Meinung hatten die konservativen Republikaner in den 1980er und 1990er Jahren nur wenig öffentliche Unterstützung für ihre Bemühungen, das fortschrittliche Erbe des New Deal und der Great Society abzuschaffen. Unabhängig davon, ob sie solche Programme ins Leben riefen oder zurückschraubten, sahen sich führende Politiker wie Roosevelt, Johnson, Nixon und Reagan oft mit dem Widerstand der Öffentlichkeit konfrontiert, und sie hinterließen nur dann ein dauerhaftes Vermächtnis, wenn sie trotz dieses Widerstands durchhielten.
Who Cares? zeigt nicht, dass die Amerikaner gefühllos sind, sondern dass sie häufig ambivalent sind, was die öffentliche Unterstützung für die Armen angeht. Es legt auch nahe, dass die Führungsrolle des Präsidenten unabhängig von den Meinungsumfragen mutige Maßnahmen erfordert.
-- "Wahl".