Bewertung:

Das Buch stellt eine breitere Perspektive auf die nationalsozialistische Gewalt dar, die über den Völkermord an den Juden hinausgeht, und zielt darauf ab, das breitere historische Narrativ der Massengewalt zu kontextualisieren. Obwohl es als wertvoller Beitrag zur Wissenschaft angesehen wird, gibt es Kritik an der technischen Ausführung der Kindle-Version sowie Bedenken hinsichtlich des Ansatzes zur Kategorisierung der Opfer, den einige Rezensenten als problematisch empfanden.
Vorteile:⬤ Bietet eine breitere Perspektive auf die Massengewalt während des NS-Regimes, indem es die miteinander verknüpften Schicksale verschiedener Opfergruppen hervorhebt.
⬤ Setzt sich kritisch mit populären Vereinfachungen auseinander und liefert eine evidenzbasierte Analyse.
⬤ Wird als wichtiges Buch für Wissenschaftler und Pädagogen angesehen, die komplexe historische Erzählungen verstehen wollen.
⬤ Enthält einige von Historikern festgestellte sachliche Ungenauigkeiten, die seine Glaubwürdigkeit beeinträchtigen können.
⬤ Die Kindle-Version weist technische Probleme auf, wie z. B. das Fehlen einer Miniaturseitenübersicht und eine unkomfortable Paginierung beim Zugriff auf Referenzen.
⬤ Es wird kritisiert, dass die Einzigartigkeit des jüdischen Völkermordes durch eine breite Kategorisierung der Opfer möglicherweise heruntergespielt wird.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Extermination of the European Jews
Diese große Neuinterpretation des Holocausts stellt die Vernichtung der europäischen Juden in den breiteren Kontext der nationalsozialistischen Gewalt gegen andere Opfergruppen.
Christian Gerlach bietet eine einzigartige Sozialgeschichte der Massengewalt, die aufzeigt, warum bestimmte Gruppen verfolgt wurden und was das Schicksal dieser Gruppen und die gegen sie gerichtete Politik miteinander verband. Er untersucht die vielfältigen ideologischen, politischen und wirtschaftlichen Beweggründe, die hinter dem Judenmord standen, und zeichnet die wechselnde Dynamik der Verfolgung im Verlauf des Krieges nach.
Das Buch bringt sowohl die deutschen als auch die nicht-deutschen Staaten und Gesellschaften zusammen und wirft ein neues Licht auf die verschiedenen beteiligten Gruppen und Interessen und ihre Rolle bei der Verfolgung auch der Nicht-Juden. Es erstreckt sich über ganz Kontinentaleuropa und zeigt, dass populäre Vorstellungen von Ethnie oft wichtiger für die Verfolgung waren als wissenschaftlicher Rassismus oder nationalsozialistische Dogmen.