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Representing the Holocaust: Litterae A-I
Die tragische Geschichte des Holocaust wurde in der postmodernen westlichen Kultur abwechselnd verdrängt und heiliggesprochen, so dass sie sich dem Verständnis entzieht. In jüngster Zeit stand unsere Interpretation des Holocaust im Mittelpunkt erbitterter Kontroversen, von Debatten über Paul de Mans Kollaborationsjournalismus und Martin Heideggers Nazi-Vergangenheit bis hin zu Versuchen einiger Historiker, die Bedeutung des Holocaust herunterzuspielen. Dominick LaCapra, eine wichtige Stimme in der aktuellen historiographischen Diskussion, bringt eine neue Klarheit in diese Fragen, indem er die Überschneidungen zwischen historischen Ereignissen und den Theorien untersucht, mit denen wir versuchen, sie zu verstehen. In einer Reihe von Aufsätzen - drei davon werden hier zum ersten Mal veröffentlicht - untersucht LaCapra die Probleme, mit denen Historiker, Kritiker und Denker konfrontiert sind, die versuchen, den Holocaust zu begreifen. Er befasst sich mit der Rolle der Kanonbildung und der Dynamik der revisionistischen Geschichtsschreibung und analysiert kritisch die Reaktionen auf die Entdeckung von de Mans Schriften aus der Kriegszeit. Er erörtert auch Heideggers Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und beleuchtet postmoderne Obsessionen mit Konzepten wie Verlust, Agora, Enteignung, aufgeschobener Bedeutung und dem Erhabenen. Insgesamt zeigt LaCapra, dass die Psychoanalyse nicht nur eine Psychologie des Individuums ist, sondern dass ihre Konzepte soziokulturelle Dimensionen haben und uns helfen können, die Beziehung zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu erkennen.
Er zeigt, dass viele unserer Bemühungen, den Holocaust zu verstehen, immer noch unter den traumatisierenden Auswirkungen der Ereignisse leiden und eine Aufarbeitung dieses Traumas erfordern, wenn wir ein tieferes Verständnis für die Bedeutung des Holocaust erlangen wollen.
--Anson Rabinbach, The Cooper Union for the Advancement of Science and Art "Moderne Philologie".