Bewertung:

Das Buch ist eine wertvolle Ergänzung der Bibliographie sowohl für akademische Leser als auch für diejenigen, die sich für die Literatur und Kunst des Holocaust interessieren. Es bietet eine durchdachte Analyse der wichtigsten Werke zum Thema Holocaust und ist damit eine aufschlussreiche Lektüre.
Vorteile:⬤ Nützliche Ergänzung zur akademischen Bibliographie
⬤ ansprechende Analyse bedeutender Werke
⬤ prägnante und durchdachte Kritiken
⬤ angesehener Autor auf dem Gebiet
⬤ enthält Empfehlungen für weiterführende Literatur.
Es handelt sich nicht um eine historische Darstellung; möglicherweise ist es für diejenigen, die sich nicht speziell für das Thema Holocaust interessieren, nicht interessant.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
History and Memory After Auschwitz: Conspiracy Cultures from Outerspace to Cyberspace
Die Beziehungen zwischen Erinnerung und Geschichte sind in jüngster Zeit zu einem umstrittenen Thema geworden, und die Auswirkungen dieser Debatte sind für ästhetische, ethische und politische Fragen besonders beunruhigend. Dominick LaCapra konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen Geschichte, Erinnerung und ethisch-politischen Belangen, wie sie nach der Shoah entstanden sind.
Besonders hervorzuheben sind seine Analysen von Albert Camus' Novelle Der Untergang, Claude Lanzmanns Film Shoah und Art Spiegelmans "Comicbuch" Maus. LaCapra befasst sich auch mit der Historikerdebatte nach der deutschen Wiedervereinigung und der Rolle der Psychoanalyse für das Geschichtsverständnis und die kritische Theorie.
In sechs Aufsätzen behandelt LaCapra eine Reihe von Fragen, die miteinander zusammenhängen. Gibt es Erfahrungen, deren traumatischer Charakter das Verstehen blockiert und die Erinnerung stört, während sie gleichzeitig Spätfolgen hervorrufen, die sich auf den Versuch der Vergangenheitsbewältigung auswirken? Gibt es Ereignisse, die auch für Gruppen oder Einzelpersonen, die nicht direkt an ihnen beteiligt waren, moralische und repräsentative Fragen aufwerfen? Haben die unmittelbar Beteiligten eine besondere Verantwortung für die Vergangenheit und die Art und Weise, wie sie in der Gegenwart erinnert wird? Kann oder sollte sich die Geschichtsschreibung auf eine rein wissenschaftliche und professionelle Weise definieren, die sie von der öffentlichen Erinnerung und ihren ethischen Implikationen distanziert? Hat die Kunst selbst eine besondere Verantwortung gegenüber traumatischen Ereignissen, die mit Werten und Emotionen verbunden bleiben?