Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
History, Literature, Critical Theory
In Geschichte, Literatur, Kritische Theorie setzt Dominick LaCapra seine Erforschung der komplexen Beziehungen zwischen Geschichte und Literatur fort, wobei er Geschichte sowohl als Prozess als auch als Darstellung betrachtet. Ein Trio von Kapiteln im Zentrum des Bandes befasst sich mit der Art und Weise, wie sich Geschichte und Literatur (insbesondere der Roman) gegenseitig beeinflussen und in Frage stellen.
In einem der Kapitel greift LaCapra Gustave Flaubert wieder auf und stellt ihn Joseph Conrad gegenüber. In anderen Kapiteln werden J. M.
Coetzee und W. G.
Sebald, Jonathan Littells Roman The Kindly Ones und Saul Friedlanders zweibändige, preisgekrönte Geschichte Nazideutschland und die Juden miteinander verglichen. Ein wiederkehrendes Motiv des Buches ist die Rolle des Heiligen, sein problematischer Status als Opfer, seine virulente Manifestation in sozialer und politischer Gewalt (insbesondere der nationalsozialistische Völkermord), seine Rolle oder Verwandlung in Literatur und Kunst und seine vielschichtigen Ausdrucksformen in post-säkularen Hoffnungen, Ängsten und Bestrebungen.
LaCapra schließt den Band mit einem Essay über den Platz der Gewalt im Denken von Slavoj Zizek ab. LaCapra ist der Ansicht, dass Zizeks provokatives Denken zuweilen unheimliche Anklänge an frühere Reflexionen über oder Entschuldigungen für politische und scheinbar regenerative, sogar sakralisierte Gewalt aufweist.