Bewertung:

Das Buch befasst sich mit der Bedeutung der Theorie in der Geschichtsforschung, wie sie von Dominick LaCapra vertreten wird, der sich auf psychoanalytische Konzepte stützt, um Trauma und Geschichtsschreibung zu untersuchen. Der aggressive Ton des Autors und die politische Etikettierung der Kritiker beeinträchtigen jedoch die Gesamtaussage.
Vorteile:Das Buch bietet eine durchdachte Diskussion über die Integration von Theorie in die historische Analyse, enthält Verweise auf einflussreiche philosophische Texte und hebt die Entwicklung der Geschichtsschreibung durch die Auseinandersetzung mit Vorgängern hervor.
Nachteile:Der Ton ist übermäßig aggressiv und abschätzig gegenüber gegnerischen Standpunkten, was zu einem Mangel an Auseinandersetzung mit der Kritik führt. Der Autor verwendet politische Bezeichnungen zu frei, was den wissenschaftlichen Diskurs untergräbt.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
History in Transit: Experience, Identity, Critical Theory
History in Transit umfasst Dominick LaCapras Erkundungen von Beziehungen, die seiner Meinung nach unzureichend theoretisiert wurden: zwischen Erfahrung und Identität, zwischen Geschichte und verschiedenen Theorien der Subjektivität, zwischen extremen Ereignissen und ihrer Darstellung, zwischen institutionellen Strukturen und den Arten des in ihnen produzierten Wissens. Zusammengenommen bilden diese Diskussionen eine dialogische Begegnung, die die Verbindungen zwischen erkenntnistheoretischen und historiographischen Fragen sowie Themen der disziplinären und institutionellen Politik aufzeigt.
Als Reaktion auf die antitheoretische Voreingenommenheit einiger prominenter Historiker stellt LaCapra ein alternatives Modell der historiografischen Praxis vor - eines, in dem die Betonung auf Pluralität und Hybridität mit dem Konzept der historischen Erfahrung kombiniert wird. Für LaCapra stellt sich Erfahrung als eine Kategorie heraus, die sowohl theoretisch bestimmt als auch in der Faktizität des Alltäglichen verankert ist. LaCapra prüft die Annahmen und Implikationen der Art und Weise, wie man sich der Vergangenheit nähert, indem er auf die Psychoanalyse zurückgreift, um die Beziehung zwischen dem Historiker und seinem Material bewusster zu machen. Er übt Kritik an den Annahmen praktizierender Historiker und Theoretiker und stellt das Geschichtsstudium in den Mittelpunkt einer größeren Auseinandersetzung über die Rolle der zeitgenössischen Universität.
LaCapra wendet sich sowohl gegen die Korporatisierung als auch gegen die Behauptung, die Universität liege in Trümmern, und schreibt: "Es ist paradox, dass die Forderung, die Universität in immer stärkerem Maße einem Markt- oder Geschäftsmodell anzupassen, die Tatsache zu ignorieren scheint, dass die amerikanische Universität wahrscheinlich die erfolgreichste ihrer Art in der Welt ist und dass Studenten aus anderen Ländern in unverhältnismäßigem Maße an ihr studieren wollen.