Bewertung:

Michael Manns Buch „Die dunkle Seite der Demokratie“ untersucht die komplexe Beziehung zwischen Demokratie und ethnischer Säuberung anhand historischer Fälle wie Armenien, Nazideutschland und Ruanda. Das Buch wird zwar für seine gründliche Recherche und seine überzeugenden Argumente über die potenziellen Schattenseiten demokratischer Systeme gelobt, aber es wird auch für sachliche Ungenauigkeiten, Auslassungen und vermeintliche Voreingenommenheit gegenüber bestimmten Gruppen kritisiert.
Vorteile:⬤ Umfassende Recherchen und detaillierte Fallstudien zu ethnischen Säuberungen.
⬤ Fesselnder Schreibstil, der den Leser in den historischen Kontext eintauchen lässt.
⬤ Bietet eine zum Nachdenken anregende These über die Anfälligkeit der Demokratie in Bezug auf ethnische Konflikte.
⬤ Wird als gute Ergänzung zu Manns anderem Werk über Nationalismus angesehen.
⬤ Einige faktische Ungenauigkeiten und Falschaussagen wurden von den Lesern bemängelt.
⬤ Kritik an der vermeintlichen Voreingenommenheit gegenüber der östlich-orthodoxen Kirche und der fehlenden Erwähnung des assyrischen Völkermordes.
⬤ Der Titel wird von einigen als irreführend empfunden, da er suggeriert, die untersuchten Fälle hätten wenig mit Demokratie zu tun.
⬤ Einige Leser fanden die Argumente fehlerhaft und unvollständig und vermissten Einblicke in bestimmte Ereignisse.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
The Dark Side of Democracy: Explaining Ethnic Cleansing
Diese umfassende Studie über internationale ethnische Säuberungen befasst sich eingehend mit deren Vorkommnissen in Armenien, Nazideutschland, Kambodscha, Jugoslawien und Ruanda sowie mit Fällen geringerer Gewalt im Europa der frühen Neuzeit und im heutigen Indien und Indonesien.
Michael Mann stellt eine allgemeine Theorie darüber auf, warum ernste Konflikte entstehen und wie sie zu Massenmorden eskalieren, und macht Vorschläge, wie sich eine solche Eskalation in Zukunft vermeiden lässt. Michael Mann ist der Autor von Fascists (Cambridge, 2004) und The Sources of Social Power (Cambridge 1986).