Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Erkundung des langen 19. Jahrhunderts, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung des Kapitalismus, der Staatsmacht und der Dynamik des Nationalstaats liegt. Es beleuchtet den Übergang von der Agrar- zur Industriemacht und analysiert die Ursachen des Ersten Weltkriegs, wobei es eine reiche historische Perspektive bietet, wenn auch mit einer gewissen Dichte.
Vorteile:Interessante Perspektiven auf Kapitalismus und Staatsentwicklung, aufschlussreiche Analyse von Machtverteilung und -strategien, gut ausgearbeiteter historischer Kontext, hochwertige Darstellung der Entstehung von Klasse und Nation.
Nachteile:Könnte für manche Leser zu dicht sein, es fehlt die Einbeziehung der nicht-okzidentalen Mächte, die die Erzählung hätte bereichern können.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Sources of Social Power
The Sources of Social Power unterscheidet vier Quellen der Macht in menschlichen Gesellschaften - ideologische, wirtschaftliche, militärische und politische - und zeichnet ihre Wechselbeziehungen im Laufe der Menschheitsgeschichte nach. Dieser zweite Band von Michael Manns analytischer Geschichte der sozialen Macht befasst sich mit den Machtverhältnissen zwischen der Industriellen Revolution und dem Ersten Weltkrieg und konzentriert sich auf Frankreich, Großbritannien, das habsburgische Österreich, Preußen/Deutschland und die Vereinigten Staaten.
Auf der Grundlage umfangreicher empirischer Untersuchungen werden originelle Theorien zur Entstehung von Nationen und Nationalismus, zu Klassenkonflikten, zum modernen Staat und zum modernen Militarismus aufgestellt. Ohne sich vor Verallgemeinerungen zu scheuen, betont er auch die soziale und historische Komplexität. Michael Mann sieht die menschliche Gesellschaft als „ein gemustertes Durcheinander“ und versucht, eine soziologische Theorie zu entwickeln, die diesem Umstand gerecht wird.
Diese Theorie gipfelt im letzten Kapitel in einer originellen Erklärung der Ursachen des Ersten Weltkriegs. Diese Neuauflage von Band 2 wurde 1993 erstmals veröffentlicht und enthält ein neues Vorwort des Autors, in dem er die Auswirkungen und das Vermächtnis des Werks untersucht.