Bewertung:

Das Buch „The Long Reach of the Sixties“ von Laura Kalman bietet eine umfassende Analyse der Entwicklung der Ernennungen zum Obersten Gerichtshof und ihrer zunehmenden Politisierung, insbesondere während der Präsidentschaft von Lyndon Johnson und Richard Nixon. Obwohl das Buch für seinen detaillierten historischen Kontext und seine aufschlussreichen Perspektiven gelobt wurde, empfanden einige Leser es als frustrierend langatmig, was dem Leseerlebnis insgesamt abträglich war.
Vorteile:Gut geschriebene, gründliche und intellektuell ehrliche Darstellung. Bietet tiefe Einblicke in die Entwicklung der Nominierungen für den Obersten Gerichtshof. Bietet eine umfassende historische Analyse, die für aktuelle Themen relevant ist. Hebt die Beziehung zwischen den Präsidenten und dem Gerichtshof hervor, wobei die Rolle von LBJ und Richter Abe Fortas besonders betont wird. Enthält überschaubare Vignetten und ist für die Leser zugänglich.
Nachteile:Einige Leser empfanden die Prosa als zu langatmig und mit unnötigen Füllwörtern versehen, so dass der Stoff als lästig und wenig ergiebig empfunden wurde. Die ersten Kapitel können langsam und mit vielen zusätzlichen Wörtern gefüllt sein, was manche Leser, die nach einfachen Informationen suchen, frustriert.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Long Reach of the Sixties: Lbj, Nixon, and the Making of the Contemporary Supreme Court
Der Warren Court der 1950er und 1960er Jahre war der liberalste in der amerikanischen Geschichte. Doch innerhalb weniger Jahre wurde das Gericht durch neue Ernennungen in eine konservativere Richtung gelenkt - ein Trend, der jahrzehntelang anhielt. Doch auch nachdem Warren in den Ruhestand getreten war und sich die Zusammensetzung des Gerichts geändert hatte, warf sein Gericht einen Schatten, der bis in unsere Zeit hineinreicht.
In The Long Reach of the Sixties konzentriert sich Laura Kalman auf die späten 1960er und frühen 1970er Jahre, als die Präsidenten Johnson und Nixon versuchten, das Gericht zu dominieren und seinen Kurs zu ändern. Anhand neu veröffentlichter - und durchweg unterhaltsamer - Aufzeichnungen von Telefongesprächen zwischen Lyndon Johnson und Richard Nixon zeigt sie, dass deren Bemühungen, den Gerichtshof zu formen, mit ihrem Wunsch zusammenhingen, ihre Präsidentschaft zu schützen. Die heftigen ideologischen Kämpfe - zwischen Exekutive, Legislative und Judikative -, die darauf folgten, haben die Bedeutung des Warren-Gerichts im amerikanischen Gedächtnis verändert. Obwohl die Entscheidungen des Gerichts im Allgemeinen die öffentliche Meinung widerspiegelten, verfestigte sich durch die Debatte das Bild des Warren-Gerichts als aktivistisch und liberal. Der peinliche Sturz von Abe Fortas und Nixons Kampagne gegen die liberalen Richter trugen dazu bei, dass der Begriff "aktivistischer Warren Court" für Liberale und Konservative gleichermaßen zum Symbol wurde.
Die Angst vor einem liberalen Gericht hat das Ernennungsverfahren für immer verändert, argumentiert Kalman. Anhand von Quellen aus den Präsidentenbibliotheken von Ford, Reagan, Bush I und Clinton sowie aus den Papieren der Richter zeigt sie, wie der Wunsch, einen weiteren Warren Court zu vermeiden, die Ernennungen um ein Vielfaches politisiert hat. Unter anderem ernennen die Präsidenten heute fast nie Politiker zu Richtern am Obersten Gerichtshof (eine weitere Reaktion auf Warren, der Gouverneur von Kalifornien war). Anspruchsvoll, lebendig und mit einem Gespür für die Ironie der Geschichte ist The Long Reach of the Sixties eine unverzichtbare Lektüre für alle Studenten des modernen Gerichtshofs und der politischen Geschichte der USA.