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Fdr's Gambit: The Court Packing Fight and the Rise of Legal Liberalism
Eine umfassende, fesselnde und revisionistische Darstellung des Gerichtsstreits, die ihn mit aktuellen politischen Debatten verknüpft.
In den letzten Jahren haben Liberale, die über die Aussicht auf eine langfristige konservative Dominanz der Bundesgerichte besorgt sind, eine Idee wiederbelebt, die in den 1930er Jahren bekanntlich scheiterte: die Zusammenlegung von Gerichten. Es überrascht nicht, dass die heutigen Befürworter des Court Packing auf eine Mauer des Widerstands stoßen, wobei die meisten die Episode aus den 1930er Jahren als einen der größten Misserfolge von FDR anführen. Anfang 1937 verblüffte Roosevelt, der gerade einen Erdrutschsieg errungen hatte, das Land, als er einen Plan zur Vergrößerung des Gerichtshofs um bis zu sechs Richter vorschlug. Heute wird dieser Plan allgemein als ein Akt der Hybris angesehen - ein Fall, in dem FDR den Kongress und die Öffentlichkeit nicht richtig verstanden hat.
In FDR's Gambit stellt die herausragende Rechtshistorikerin Laura Kalman die konventionelle Weisheit in Frage, indem sie die Geschichte so erzählt, wie sie sich entwickelt hat, ohne die Verzerrungen der Nachbetrachtung. Während Wissenschaftler das Gerichtsgesetz als das unglückliche Geistesprodukt eines übermütigen, siegessicheren Präsidenten dargestellt haben, argumentiert Kalman im Gegenteil, dass Roosevelts Handlungen auf Scharfsinn und nicht auf Arroganz zurückzuführen sind. FDR war weit davon entfernt, von Anfang an einen tragischen Fehler zu begehen, denn er stand kurz davor, zusätzliche Richter zu bekommen, und der Gerichtshof selbst änderte seinen Kurs. Wie Kalman zeigt, legt die Episode nahe, dass ein Vorschlag zur Änderung des Gerichtshofs den Richtern Anlass geben könnte, darüber nachzudenken, ob ihr derzeitiger Kurs die Institution und ihre wichtige Rolle in einer liberalen Demokratie gefährdet.
Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen bietet FDR's Gambit eine neuartige Perspektive auf die langfristigen Auswirkungen des Scheiterns des Gerichtshofs als ein Vermächtnis, das uns bis heute erhalten geblieben ist. Unabhängig davon, ob es das richtige Mittel für die heutigen Probleme ist oder nicht, argumentiert Kalman, dass Court Packing es nicht verdient, als etwas in Erinnerung gerufen zu werden, das 1937 zum Scheitern verurteilt war.