Bewertung:

Das Buch bietet eine faszinierende Untersuchung des Verhältnisses zwischen Spaß und Frustration bei Videospielen und präsentiert Erkenntnisse, die sowohl bei Spielbegeisterten als auch bei Forschern Anklang finden. Es wurde jedoch kritisiert, dass es zu langatmig ist und sich zu sehr auf den Fachjargon verlässt, was die wichtigsten Punkte verdecken kann.
Vorteile:⬤ Interessante Erforschung von Videospielvergnügen und Frustration
⬤ bietet Einblicke in die Spielforschung
⬤ regt zum Nachdenken an
⬤ ist relativ kurz und leicht zu lesen.
⬤ Kann manchmal langatmig sein
⬤ ungeschickte Verwendung von Zahlen
⬤ starker Gebrauch von wissenschaftlichem Jargon
⬤ persönliche Schlussfolgerungen fehlen
⬤ verweist nicht gründlich auf bestehende Literatur.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
The Art of Failure: An Essay on the Pain of Playing Video Games
Ein Spielwissenschaftler bietet eine "faszinierende" Untersuchung darüber, warum wir Videospiele spielen - trotz der Unzufriedenheit, die wir empfinden, wenn wir bei ihnen versagen (Boston Globe).
Wir denken vielleicht, dass Videospiele "Spaß" machen, aber in The Art of Failure behauptet Jesper Juul, dass dies fast völlig falsch ist. Wenn wir Videospiele spielen, sind unsere Gesichtsausdrücke selten die von Glück oder Freude. Stattdessen runzeln wir die Stirn, schneiden Grimassen und schreien vor Frustration, wenn wir verlieren, sterben oder es nicht schaffen, die nächste Stufe zu erreichen. Der Mensch hat vielleicht den grundsätzlichen Wunsch, erfolgreich zu sein und sich kompetent zu fühlen, aber Spieler entscheiden sich für eine Aktivität, bei der sie mit ziemlicher Sicherheit scheitern und sich inkompetent fühlen werden. Warum also spielen wir Videospiele, obwohl sie uns unglücklich machen? Juul untersucht dieses Paradoxon.
Bei Videospielen wie auch bei tragischen Kunstwerken, in der Literatur, im Theater und im Kino scheint es so zu sein, dass wir Unangenehmes erleben wollen, auch wenn wir es nicht mögen. Die Reaktion des Lesers oder Zuschauers auf eine Tragödie wird oft als Katharsis, als Reinigung von negativen Emotionen erklärt. Juul weist jedoch darauf hin, dass dies bei Videospielern nicht der Fall zu sein scheint. Spiele befreien uns nicht von unangenehmen Emotionen, sondern erzeugen sie überhaupt erst. Was also bewirkt das Scheitern beim Videospielen?
Juul argumentiert, dass das Scheitern in einem Spiel insofern einzigartig ist, als dass man selbst (und nicht die Spielfigur) in irgendeiner Weise unzulänglich ist, wenn man in einem Spiel scheitert. Doch Spiele motivieren uns auch, mehr zu spielen, um dieser Unzulänglichkeit zu entkommen, und das Gefühl, dem Scheitern zu entkommen (oft durch Verbesserung der Fähigkeiten), ist ein zentrales Vergnügen an Spielen. Spiele, schreibt Juul, sind die Kunst des Scheiterns: die einzige Kunstform, die uns auf das Scheitern vorbereitet und uns erlaubt, es zu erleben und damit zu experimentieren.
Die Kunst des Scheiterns ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für Videospiele interessieren, sei es als Unterhaltung, Kunst oder Bildung.