Bewertung:

Handmade Pixels von Jesper Juul ist eine umfassende Untersuchung der Indie-Spielkultur und der Definition von Spielen selbst. Das Buch wird für seine historischen Darstellungen und theoretischen Einsichten gelobt und ist damit ein wichtiger Beitrag zur Spielforschung.
Vorteile:Das Buch zeichnet sich durch eine beeindruckende theoretische Tiefe, die Beherrschung der Spielforschung und eine umfassende Kenntnis der Indie-Spielkultur aus. Es enthält aufschlussreiche Interviews mit Spieleentwicklern und -organisatoren sowie detaillierte historische Darstellungen, die in den akademischen Lehrplänen für Spiele zum Standard werden dürften. Das Buch ist auch für Spielefans interessant, denn es bietet Nostalgie und eine gründliche Erforschung des Mediums.
Nachteile:Manche mögen die Diskussionen über die Definitionen unabhängiger Spiele als strittig oder diskutabel empfinden, da sie liebgewonnene Vorstellungen in der Spielegemeinschaft in Frage stellen. Die Debatten über die Klassifizierung eines Indie-Spiels könnten den Genuss für einige Leser schmälern.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Handmade Pixels: Independent Video Games and the Quest for Authenticity
Eine Untersuchung unabhängiger Videospiele - kreativ, persönlich, seltsam und experimentell - und ihres Anspruchs auf handwerkliche Authentizität in einem rein digitalen Medium.
Videospiele werden oft als reine Unterhaltungsprodukte abgetan, die von gesichtslosen Unternehmen entwickelt werden. In den letzten zwanzig Jahren sind jedoch die unabhängigen oder „Indie“-Videospiele auf dem Vormarsch: eine Welle kleiner, billig entwickelter, experimenteller und persönlicher Videospiele, die sich gegen die Mainstream-Videospielentwicklung und -kultur wenden. In Handmade Pixels untersucht Jesper Juul die paradoxen Behauptungen von Entwicklern, Spielern und Festivals, die unabhängige Spiele als einzigartige und handgefertigte Objekte in einem global verteilten digitalen Medium darstellen.
Juul erklärt, dass unabhängige Videospiele nicht als Produkte für den Massenmarkt, sondern als von Menschen geschaffene kulturelle Werke präsentiert und als authentische Alternativen zu Mainstream-Spielen beworben werden. Als Spieler, Wissenschaftler, Entwickler und Pädagoge erzählt Juul die Geschichte, wie unabhängige Spiele - kreativ, persönlich, seltsam und experimentell - zu einer historischen Bewegung wurden, die den Begriff „unabhängig“ von Film und Musik übernahm und gleichzeitig ihre eigene Art von Unabhängigkeit fand.
Juul beschreibt, wie der visuelle Stil unabhängiger Spiele ihre Authentizität signalisiert - oft durch Bezugnahme auf ältere Videospiele oder analoge visuelle Stile. Er zeigt, wie Entwickler Strategien anwenden, um Spiele mit finanzieller, ästhetischer und kultureller Unabhängigkeit zu schaffen; er diskutiert die ästhetischen Innovationen von „Walking Simulator“-Spielen und erklärt die Kontroversen darüber, was ein Spiel ist und was nicht. Juul zeigt Beispiele unabhängiger Spiele von Dys4ia bis Firewatch; der Text ist reichhaltig mit vielen Farbbildern illustriert.