Bewertung:

Das Buch von Warren Cohen bietet einen umfassenden und aufschlussreichen Überblick über die amerikanische Außenpolitik von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Er hebt die Komplexität und die Schwächen des amerikanischen Ansatzes in den internationalen Beziehungen hervor und vertritt gleichzeitig die Ansicht, dass die Lehren aus der Vergangenheit in künftige Entscheidungen einfließen sollten.
Vorteile:Cohen wird als klarer Denker und hervorragender Autor gelobt, der eine große Menge an Informationen in einer lesbaren Art und Weise präsentiert. Das Buch gilt als äußerst informativ und lehrreich, es bietet Tiefe, ohne oberflächlich zu sein, und es entmythologisiert effektiv die amerikanische Außenpolitik, indem es die damit verbundenen Komplexitäten und Kompromisse anspricht.
Nachteile:Kritiker bemängeln, dass das Buch zu kurz greift und sich mehr auf aktuelle Ereignisse als auf historische konzentriert. Kritisiert wird auch, dass wichtige historische Ereignisse und Persönlichkeiten nicht erwähnt werden. Außerdem wünschen sich einige Leser klarere Leitlinien für die Bewertung außenpolitischer Entscheidungen des Präsidenten.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
A Nation Like All Others: A Brief History of American Foreign Relations
Der Glaube an die Vereinigten Staaten als eine Kraft des Guten in der Welt sitzt tief. Doch eine ehrliche Betrachtung offenbart eine Geschichte, die neben vielen Errungenschaften und Triumphen auch von großen Verbrechen und gewöhnlichen Fehlern geprägt ist.
In dieser umfassenden Darstellung der amerikanischen Außenbeziehungen von der Gründung der Nation bis zur Gegenwart macht der Diplomatiehistoriker Warren I. Cohen auf den Nutzen - und den Missbrauch - der internationalen Führungsrolle der USA und die edlen wie auch die ausbeuterischen Ziele aufmerksam, die die amerikanische Macht bewirkt hat. In A Nation Like All Others bietet Cohen eine lebhafte, argumentative Geschichte, die sich mit dem Konzept des amerikanischen Exzeptionalismus auseinandersetzt und den Mangel an moralischer Vorstellungskraft in der amerikanischen Außenpolitik anprangert.
Er beginnt mit der Außenpolitik des kolonialen und postrevolutionären Amerikas und untersucht die Interaktionen mit europäischen Mächten und amerikanischen Ureinwohnern sowie die Auswirkungen der Sklaverei und der Expansion nach Westen. Dann zeichnet er den Aufstieg des amerikanischen Imperiums nach, die Entscheidungen der Nation vor und nach dem Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und das erneute militärische Engagement in auswärtigen Angelegenheiten.
Cohen liefert eine lange Geschichte des Kalten Krieges, von seinen Anfängen unter Truman über den Korea- und Vietnamkrieg bis hin zur Umgestaltung des internationalen Systems unter Reagan und Gorbatschow. Schließlich gibt er einen Überblick über Amerikas jüngste Geschichte im Nahen Osten, mit besonderem Augenmerk auf das Missmanagement im Krieg gegen den Terror und Abu Ghraib.
Geschrieben mit großem Wissen und moralischer Klarheit, legt A Nation Like All Others nahe, dass ein schonungsloser Blick auf die Vergangenheit der Nation Amerikas beste Option ist, um eine bessere Zukunft zu gestalten.