Bewertung:

Cohens Buch bietet einen umfassenden und gut lesbaren Überblick über die amerikanische Außenpolitik von 1776 bis heute, wobei die Komplexität der Politik und die Fehlerhaftigkeit der von den US-Präsidenten getroffenen Entscheidungen hervorgehoben werden. Es regt den Leser an, über die historischen Lehren nachzudenken, um die künftige Politik zu verbessern.
Vorteile:Cohen wird als klarer Denker und guter Autor gelobt, der eine große Menge an Informationen auf ansprechende Weise präsentiert. Das Buch gilt als umfassend und detailliert und deckt wichtige außenpolitische Themen der amerikanischen Geschichte effektiv ab. Es trägt auch zur Entmythologisierung des amerikanischen Exzeptionalismus bei und betont, wie wichtig es ist, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
Nachteile:Kritiker bemängeln, dass sich das Buch auf neuere außenpolitische Themen konzentriert und frühere Themen vernachlässigt. Einige wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten werden ausgelassen, wie z. B. JFKs Beteiligung am Chinesisch-Indischen Krieg und Aspekte der Menschenrechtskampagnen. Darüber hinaus äußern die Leser den Wunsch nach einem klareren Rahmen für die Bewertung der außenpolitischen Entscheidungen der Präsidenten.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
A Nation Like All Others: A Brief History of American Foreign Relations
Der Glaube an die Vereinigten Staaten als eine Kraft des Guten in der Welt sitzt tief. Doch eine ehrliche Betrachtung offenbart eine Geschichte, die neben vielen Errungenschaften und Triumphen auch von großen Verbrechen und gewöhnlichen Fehlern geprägt ist.
In dieser umfassenden Darstellung der amerikanischen Außenbeziehungen von der Gründung der Nation bis zur Gegenwart macht der Diplomatiehistoriker Warren I. Cohen auf den Nutzen - und den Missbrauch - der internationalen Führungsrolle der USA und die edlen wie auch die ausbeuterischen Ziele aufmerksam, die die amerikanische Macht bewirkt hat. In A Nation Like All Others (Eine Nation wie alle anderen) bietet Cohen eine lebhafte, argumentative Geschichte, die sich mit dem Konzept des amerikanischen Exzeptionalismus auseinandersetzt und den Mangel an moralischer Vorstellungskraft in der amerikanischen Außenpolitik anprangert.
Er beginnt mit der Außenpolitik des kolonialen und postrevolutionären Amerikas und untersucht die Interaktionen mit europäischen Mächten und amerikanischen Ureinwohnern sowie die Auswirkungen der Sklaverei und der Expansion nach Westen. Dann zeichnet er den Aufstieg des amerikanischen Imperiums nach, die Entscheidungen der Nation vor und nach dem Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und das erneute militärische Engagement in auswärtigen Angelegenheiten.
Cohen liefert eine lange Geschichte des Kalten Krieges, von seinen Anfängen unter Truman über den Korea- und Vietnamkrieg bis hin zur Umgestaltung des internationalen Systems unter Reagan und Gorbatschow. Schließlich gibt er einen Überblick über Amerikas jüngste Geschichte im Nahen Osten, mit besonderem Augenmerk auf das Missmanagement im Krieg gegen den Terror und Abu Ghraib.
Das mit großer Sachkenntnis und moralischer Klarheit geschriebene Buch "A Nation Like All Others" legt nahe, dass ein unerschrockener Blick auf die Vergangenheit der Nation Amerikas beste Option für die Gestaltung einer besseren Zukunft ist.