Bewertung:

Das Buch wird wegen seiner umfassenden Darstellung der ostasiatischen Geschichte hoch geschätzt und ist in einem ansprechenden Stil geschrieben. Allerdings wird es wegen einiger historischer Ungenauigkeiten und Unzulänglichkeiten bei der wirtschaftlichen Analyse kritisiert.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben und bietet einen umfassenden Überblick über die ostasiatische Geschichte, der dem Leser komplexe historische Zyklen nahe bringt. Es ist auch denjenigen zu empfehlen, die ihr Wissen über die Region vertiefen wollen.
Nachteile:Es gibt einige historische Ungenauigkeiten, wie z. B. die falsche Identifizierung der ethnischen Zugehörigkeit des Nanzhao-Staates. Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Analyse des Autors als unzureichend und fehlerhaft kritisiert, insbesondere in Bezug auf moderne Wirtschaftsfragen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
East Asia at the Center: Four Thousand Years of Engagement with the World
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Marco Polo den verschlossenen und widerspenstigen "Orient" für den Westen "erschlossen" hat. Diese umfassende Geschichte, die 4.000 Jahre internationaler Beziehungen aus der Perspektive Chinas, Japans, Koreas und Südostasiens abdeckt, zeigt jedoch, dass die umfassende Einbindung der Region in das Weltgeschehen bereits vor Tausenden von Jahren begann.
In einer Zeit, in der sich die Geschichtsschreibung zunehmend spezialisiert, hat Warren I. Cohen einen mutigen Schritt gegen den Strich gemacht. In breiten, aber aufschlussreichen Pinselstrichen malt er eine riesige Leinwand der Rolle Ostasiens im Weltgeschehen während vier Jahrtausenden. So wie Cohen die Zeit weit fasst, so definiert er auch die Grenzen Ostasiens großzügig und blickt über China, Japan und Korea hinaus auf Südostasien. Darüber hinaus dehnt Cohen den Bereich der internationalen Beziehungen über seine üblichen Grenzen hinaus aus, um die entscheidende Rolle des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs zu berücksichtigen.
Innerhalb dieses umfassenden Rahmens untersucht Cohen das chinesische Herrschaftssystem in der Antike, den Austausch zwischen Ostasien und der islamischen Welt vom dreizehnten bis zum siebzehnten Jahrhundert und das Entstehen eines von Europa definierten internationalen Systems im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Das Buch behandelt den neuen Imperialismus der 1890er Jahre, die Mandschurei-Krise der frühen 1930er Jahre, den Aufstieg Japans, die Prüfungen des Zweiten Weltkriegs, das Drama des Kalten Krieges und das flüchtige "asiatische Jahrhundert" von Mitte der 1970er bis Mitte der 1990er Jahre.
East Asia at the Center ist voll von oft übersehenen oder wenig bekannten Fakten, wie zum Beispiel:
- Eine Bilanz des anhaltenden chinesischen Imperialismus in der Region.
- Tibets Status als Großmacht vom 7. bis 9. Jahrhundert n. Chr., als es häufig in China einfiel und die chinesischen Armeen dezimierte.
- Die starke Abhängigkeit Japans von Korea in seiner frühen kulturellen Entwicklung.
- Der enorme Einfluss der indischen Küche auf die chinesische Küche.
- Ägyptische und osmanische Militärhilfe für ihre muslimischen Brüder in Indien und Sumatra gegen europäische Mächte.
- Ausgedehnte chinesische Seereisen nach Arabien und Ostafrika - lange bevor so berühmte westliche Seefahrer wie Vasco da Gama und Christoph Kolumbus die Meere betraten.
Der umfassende historische Überblick von East Asia at the Center rückt die Prüfungen und Fortschritte der letzten vier Jahrtausende in die richtige Perspektive und zeigt, dass Ostasien auf der Weltbühne oft eine herausragende Rolle gespielt hat - und vermutet, dass dies in nicht allzu ferner Zukunft wieder der Fall sein könnte.