
Historical Imagination
Historical Imagination untersucht die Schwelle zwischen dem, was Historiker als angemessene, fantasielose Geschichte betrachten, und dem Fehlverhalten übermäßiger Fantasie und fragt, wo die Grenze zwischen beiden liegt und wo die Grenzen der erlaubten Fantasie für den Historiker liegen.
Mit dem Begriff "Vorstellungskraft" bezeichnen wir eine geistige Fähigkeit, die zwei unterschiedliche Aufgaben umfasst: die Rekonstruktion bereits erfahrener Teile der Welt und die Erschaffung neuer Objekte und Erfahrungen ohne direkte Verbindung zur tatsächlichen Welt. In der Geschichte bedeutet Vorstellungskraft, das geistige Auge zu benutzen, um sich gleichzeitig das Wirkliche und das Unwirkliche vorzustellen. Alle historischen Werke enthalten zumindest ein gewisses Maß an schöpferischer Vorstellungskraft, aber ein Übermaß wird als "zu viel" angesehen. Unter welchen Umständen dürfen Historiker diese Grenze zur schöpferischen Phantasie überschreiten und wie weit dürfen sie gehen? Staley untermauert seine Theorie mit nachvollziehbaren Beispielen und zeigt, wie historische Werke eine komplexe Kombination aus mimetischer und kreativer Vorstellungskraft darstellen. Er bietet eine Heuristik zur Bewertung dieses Verhältnisses in jedem Geschichtswerk.
Das Buch ist ideal für Studenten und Wissenschaftler der Geschichtsphilosophie, da es komplexe theoretische Konzepte auf zugängliche und verständliche Weise darlegt und den Leser dazu anregt, sowohl die Natur als auch die Grenzen der historischen Vorstellungskraft zu berücksichtigen.