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In the Name of Humanity: The Government of Threat and Care
Wissenschaftler, Aktivisten, Staatsbeamte, Nichtregierungsorganisationen und andere erheben zunehmend den Anspruch, im Namen der "Menschheit" zu sprechen und zu handeln. Die bemerkenswerte Bandbreite der Umstände, unter denen Menschlichkeit beschworen wird, zeugt von der universellen Gültigkeit dieser Kategorie. Doch was genau bedeutet es, im Namen der Menschlichkeit zu regieren, zu kämpfen und sich zu kümmern? In diesem zeitgemäßen Sammelband setzen sich führende Anthropologen und Kulturkritiker mit dieser Frage auseinander und untersuchen Konfigurationen der Menschlichkeit in Bezug auf Biotechnologien, die natürliche Umwelt sowie Humanismus und Menschenrechte. Von der globalen pharmazeutischen Industrie über den Schutz der Wälder bis hin zu internationalen Strafgerichtshöfen - die untersuchten Bereiche verdeutlichen die Vielfalt der Räume und Maßstäbe, in denen sich Menschlichkeit artikuliert.
Die Herausgeber argumentieren, dass Ideen über die Menschlichkeit ihren konkreten Ausdruck in der Regierungsarbeit finden, die diese Ideen umsetzt, um Ordnung, Wohlstand und Sicherheit zu schaffen. Als Ort des Regierens erscheint die Menschheit sowohl als Objekt der Fürsorge als auch als Quelle von Ängsten. Die Behauptung, dass die Menschheit bedroht ist, sei es durch Umweltkatastrophen oder politische Umwälzungen, liefert eine Rechtfertigung für die Entwicklung neuer Regierungstechniken. Gleichzeitig wird die Menschheit selbst als eine Bedrohung (für die Natur, die Nation, den Weltfrieden) identifiziert, die durch das Regieren eingedämmt werden muss. Diese scheinbar widersprüchlichen Auffassungen von der Beziehung zwischen Bedrohung und der Kategorie der Menschlichkeit koexistieren und bleiben in Spannung, was dazu beiträgt, die dynamische Koproduktion von Regieren und Menschlichkeit aufrechtzuerhalten.
Mitwirkende. Arun Agrawal, Joao Biehl, Didier Fassin, Allen Feldman, Ilana Feldman, Rebecca Hardin, S. Lochann Jain, Liisa Malkki, Adriana Petryna, Miriam Ticktin, Richard Ashby Wilson, Charles Zerner.