
Police Encounters: Security and Surveillance in Gaza Under Egyptian Rule
Ägypten übernahm die Verwaltung des Gazastreifens als Ergebnis eines Krieges, eines gescheiterten Versuchs, das arabische Palästina zu erhalten. In den zwanzig Jahren ihrer Verwaltung (1948-1967) befasste sich die ägyptische Polizei in Gaza nicht nur mit Kriminalität und Politik, sondern auch mit der Kontrolle der sozialen und moralischen Ordnung.
Durch Überwachung, Verhöre und ein Netz lokaler Informanten dehnte die Polizei ihren Einfluss auf den öffentlichen Raum und das Privatleben aus und betrachtete die Palästinenser sowohl als Sicherheitsbedrohung als auch als verletzliche und schutzbedürftige Personen. Sicherheitspraktiken erzeugten gleichzeitig Misstrauen und Sicherheit. Police Encounters erforscht das Paradox der ägyptischen Herrschaft.
Das Buch stützt sich auf ein reichhaltiges und detailliertes Archiv mit täglichen Polizeiprotokollen und beschreibt einen umfangreichen Sicherheitsapparat, der von den sich überschneidenden Anliegen des nationalen Interesses, des sozialen Anstands und der alltäglichen Illegalität geleitet wurde. Im Streben nach Sicherheit schuf die ägyptische Polizei eine relativ sichere Gesellschaft, die jedoch auch unabhängige politische Aktivitäten verhinderte.
Die repressiven Aspekte der Sicherheitsgesellschaft, die sich unter ägyptischer Herrschaft in Gaza entwickelt hat, sind unbestritten. Aber die Repression ist nicht die ganze Geschichte über ihre Auswirkungen auf Gaza.
Die Polizeiarbeit bot den Menschen auch die Möglichkeit, Ansprüche an die Regierung zu stellen, ihre Nachbarn zu beeinflussen und ihre Familien zu schützen.