Bewertung:

Das Buch „Indien im Krieg“ von Yasmin Khan untersucht die komplexe Beziehung zwischen dem Krieg und der indischen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs und legt den Schwerpunkt auf die Auswirkungen des Krieges auf die sozialen Strukturen, die Politik und den Weg zur indischen Unabhängigkeit. Das Buch bietet eine einzigartige Perspektive, die sich von der traditionellen Militärgeschichte abhebt, indem es sich auf die Erfahrungen der einfachen Menschen konzentriert, einschließlich der Soldaten, Familien und der vom Krieg betroffenen Zivilisten.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und bietet ein breites Spektrum an persönlichen Berichten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, was es informativ und fesselnd macht. Die Rezensenten lobten die aufschlussreiche Analyse der sozialen und politischen Auswirkungen des Krieges und hoben die wissenschaftliche Neutralität des Buches hervor. Viele Leser fanden, dass das Buch eine wichtige, oft übersehene historische Darstellung der bedeutenden Rolle Indiens im Zweiten Weltkrieg und seiner Verbindung zur Unabhängigkeitsbewegung liefert.
Nachteile:Einige Leser empfanden das Buch als langweilig oder schwierig zu lesen und verglich es eher mit einer politischen Hetzschrift als mit einem geradlinigen historischen Bericht. Andere bemerkten eine vermeintliche Voreingenommenheit gegenüber den Briten und äußerten sich enttäuscht über den Schreibstil, der ihnen flach und akademisch vorkam. Einige Rezensenten wünschten sich auch einen stärkeren Fokus auf die Folgen der Teilung, während andere meinten, die moderne Perspektive des Autors verzerre die historische Sichtweise.
(basierend auf 19 Leserbewertungen)
India at War: The Subcontinent and the Second World War
Der Zweite Weltkrieg war eine globale Katastrophe. Seine Auswirkungen gingen weit über den entscheidenden Kampf zwischen den Alliierten und den Achsenmächten hinaus und waren in der ganzen Welt zu spüren. Es war eine Zeit sozialer Umwälzungen, in der sich die Vorstellungen von Patriotismus und geografischer Zugehörigkeit neu orientierten und die Menschen über Ozeane und Kontinente hinweg in Bewegung gesetzt wurden. In India at War bietet Yasmin Khan eine Darstellung der Rolle Indiens in diesem Konflikt, die die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen in Südasien zwischen 1939 und 1945 berücksichtigt und zeigt, wie entscheidend der Beitrag des Commonwealth zu den Kriegsanstrengungen war.
Khans umfassendes Werk konzentriert sich auf das Leben der einfachen indischen Bevölkerung und zeigt auf, wie diese von einem katastrophalen Krieg betroffen war, dessen Ursprünge weit über die indischen Küsten hinausreichten. Allein die Zahl der indischen Soldaten war überwältigend: Mit 2,5 Millionen Mann stellte Indien die größte Freiwilligenarmee der Weltgeschichte. Die Inder stellten die von den Alliierten benötigten Rohstoffe und Nahrungsmittel her und waren am Bau von Landebahnen, Kasernen, Krankenhäusern, Internierungslagern, Straßen und Eisenbahnen beteiligt. Auch die Anwesenheit der großen alliierten Armee in der Region, zu der nicht nur britische, sondern auch amerikanische, afrikanische und chinesische Truppen gehörten, wirkte sich auf ihr Leben aus. Madras wurde von den Japanern bombardiert und die Andamanen- und Nikobaren-Inseln wurden besetzt, während die Hungersnot in Bengalen im Jahr 1943, der vielleicht drei Millionen Bengalen zum Opfer fielen, eine vom Menschen verursachte Katastrophe war, die durch die Auswirkungen des Krieges ausgelöst wurde.
Diese maßgebliche Darstellung bietet einen wichtigen Einblick in die Beiträge der kolonialen Arbeitskräfte und Ressourcen, die für die Aufrechterhaltung des Krieges unerlässlich waren, und hebt hervor, auf welch bedeutende Weise der Konflikt das moderne Indien geprägt hat.