Bewertung:

Das Buch „Warfare and Agriculture“ von Victor Davis Hanson bietet eine aufschlussreiche Analyse des Zusammenhangs zwischen Landwirtschaft und Kriegsführung im alten Griechenland. Ausgehend von seinen persönlichen Erfahrungen als Landwirt argumentiert Hanson, dass die Verwüstungen, die oft mit dem Krieg in Verbindung gebracht werden, überbewertet wurden und in erster Linie darauf abzielten, Schlachten anzuzetteln, anstatt langfristige Schäden an landwirtschaftlichen Flächen zu verursachen.
Vorteile:⬤ Eingehende und wissenschaftliche Untersuchung der klassischen griechischen Kriegsführung und ihrer Auswirkungen auf die Landwirtschaft
⬤ gut geschrieben und fesselnd
⬤ Hansons persönliche Erfahrung als Landwirt fügt eine wertvolle Perspektive hinzu
⬤ stellt frühere Annahmen über landwirtschaftliche Verwüstungen effektiv in Frage
⬤ verbindet solide Forschung mit Lesbarkeit.
⬤ Könnte für Leser ohne einen Hintergrund in klassischen Studien zu spezialisiert sein
⬤ einige Leser könnten den historischen Fokus als einschränkend empfinden
⬤ die Analyse könnte als unzureichend für breitere Anwendungen oder Vergleiche zur modernen Kriegsführung empfunden werden.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Warfare and Agriculture in Classical Greece, Revised Edition
Die alten Griechen waren größtenteils eine ländliche, nicht eine städtische Gesellschaft. Und während eines Großteils der klassischen Periode gab es mehr Krieg als Frieden.
In fast allen Darstellungen der antiken Geschichte wird davon ausgegangen, dass Landwirtschaft und Krieg entscheidende Ereignisse im Leben der Bürger waren. Doch noch nie zuvor gab es eine umfassende moderne Studie über die Beziehung zwischen Landwirtschaft und Kriegsführung in der griechischen Welt. In dieser vollständig überarbeiteten Ausgabe von Warfare and Agriculture in Classical Greece gibt Victor Davis Hanson einen systematischen Überblick über die griechische Landwirtschaft und Kriegsführung und beschreibt die Beziehung zwischen diesen beiden wichtigen Aspekten des Lebens in antiken Gemeinschaften.
Diese gut geschriebene, gründlich recherchierte Studie, die sowohl agrarwissenschaftliche als auch militärische Details berücksichtigt, zeigt die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit dieser landwirtschaftlichen Gemeinschaften.
In der Vergangenheit sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die landwirtschaftliche Infrastruktur der antiken Gesellschaft oft durch Angriffe ruiniert wurde, wie z. B.
Athen, das nach der persischen und später der peloponnesischen Invasion verarmte. Hansons Studie zeigt jedoch, dass Angriffe auf die Landwirtschaft in Wirklichkeit nur selten zu Hungersnöten oder einer dauerhaften landwirtschaftlichen Depression führten. Bäume und Weinstöcke lassen sich nur schwer zerstören, und Getreidefelder sind nur kurzzeitig durch Brandstiftung gefährdet.
Außerdem waren die antiken Armeen eher ineffiziente systematische Plünderer und griffen stattdessen auf andere Taktiken zurück, wie z. B. die Besetzung der Bauernhöfe ihrer Feinde, um die Infanterie zum Kampf anzustacheln.
Warfare and Agriculture in Classical Greece legt nahe, dass in allen antiken Gesellschaften ländliche Depression und Verwüstung eher auf subtilere Phänomene zurückzuführen sind - Steuern, Veränderungen in der politischen und sozialen Struktur und neue kulturelle Werte - als auf zerstörerische Kriege.