Bewertung:

Das Buch befasst sich mit komplexen Themen rund um Leben und Tod, insbesondere im Zusammenhang mit den biomedizinischen Wissenschaften und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Es wird untersucht, wie diese Bereiche die traditionellen Vorstellungen vom Personsein und die sich daraus ergebenden gesellschaftspolitischen Fragen in Frage stellen.
Vorteile:Das Buch ist hochinteressant und behandelt ein kritisches Thema mit Tiefgang. Es präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven von Anthropologen, die sich auf die Komplexität von Wissenschaft und gesellschaftlichen Fragen konzentrieren, ohne die Naturwissenschaften pauschal zu verurteilen. Die Aufsätze beleuchten die Überschneidungen von wissenschaftlicher Forschung und gesellschaftspolitischen Fragen, was das Buch für ein breiteres Publikum wertvoll macht.
Nachteile:Das Buch wurde in erster Linie von Anthropologen mit einer konstruktivistischen Perspektive geschrieben, was vielleicht nicht allen Lesern gefällt. Manche mögen das Fehlen einer kritischen Haltung gegenüber den Naturwissenschaften als Einschränkung empfinden.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Remaking Life and Death: Toward an Anthropology of the Biosciences
Die Grenzen des Lebens sind heute ein zentrales Anliegen der biologischen Anthropologen. Da die moderne biologische Definition des Lebens für die euro-amerikanische Medizin und Anthropologie von zentraler Bedeutung ist, sind die Definition des Lebens selbst und ihre Anfechtung ein Beispiel für konkurrierende Verwendungen von Wissen.
Einerseits können „Leben“ und „Tod“ als partiell oder kontingent („Hirntod“) neu definiert oder vollständig rekonstituiert werden („virtuelles“ oder „künstliches Leben“). Andererseits widersetzt sich die Endgültigkeit und „Realität“ des Todes solchen Klassifizierungen.
Dieser Band spiegelt die wachsende internationale Besorgnis über Themen wie Organtransplantation, neue Reproduktions- und Gentechnologien und Embryonenforschung sowie die Notwendigkeit des interkulturellen Vergleichs wider. Die politische Ökonomie von Körperteilen, die „Ernte“ von Organen und Geweben, die Bioprospektion und die Patentierung von Lebensformen werden hier ebenso untersucht wie die Steuerung und Regulierung des Klonens, der Organtransplantation, der Gewebezüchtung und der Verfahren für künstliche Lebenssysteme.