Bewertung:

Das Buch zeichnet sich durch liebenswerte Charaktere und befriedigende Geschichten aus, so dass es auch für diejenigen ein Lesevergnügen ist, die Kurzgeschichten normalerweise nicht mögen. Die Rezensenten schätzen den lebendigen Schreibstil, der fesselnde Szenen malt und sie in jede Geschichte hineinzieht, obwohl sie normalerweise längere Werke bevorzugen.
Vorteile:Liebenswerte Charaktere, befriedigende Geschichten, fesselnder Schreibstil, sehr empfehlenswert.
Nachteile:Die allgemeine Abneigung des Lesers gegen Kurzgeschichten, mögliche Erschöpfungsgefühle bei der Lektüre eines ganzen Sammelbandes.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Blank Pages: And Other Stories
Die exquisiten Geschichten von Bernard MacLaverty Blank Pages sind von Melancholie durchdrungen, aber auch von Widerstandsfähigkeit und zeigen die Beharrlichkeit des menschlichen Geistes. In "A Love Picture" konsultiert eine Frau mittleren Alters, der der Verlust bereits nicht fremd ist, eine Wochenschau aus dem Zweiten Weltkrieg, um das Schicksal ihres Sohnes zu klären. "Blackthorns" erzählt von einem armen, arbeitslosen katholischen Mann, der im konfessionell geprägten Nordirland des Jahres 1942 schwer erkrankt, aber von einem unwahrscheinlichen Retter von der Schwelle des Todes zurückgeholt wird. Das erschütternde, aber transzendente "Das Ende der Tage" stellt das Leben in einer anderen Pandemie vor, als der Künstler Egon Schiele und seine Frau, die beide an der Spanischen Grippe erkrankt sind, ihre letzten gemeinsamen Tage verbringen. Und in der ergreifenden Titelgeschichte zieht ein älterer Schriftsteller Bilanz über das, was ihm nach dem Verlust seines Lebenspartners bleibt.
Blank Pages" erforscht auf elegante Weise MacLavertys charakteristische Themen - häusliche Liebe, Katholizismus, die Unruhen, das Altern - mit Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Als begnadeter Geschichtenerzähler deckt MacLaverty die turbulenten Untertöne scheinbar gewöhnlicher menschlicher Interaktionen auf und erforscht Enden aller Art mit Zärtlichkeit, Zuneigung und ironischem Humor.
MacLaverty, der für seine außergewöhnliche emotionale Bandbreite und "teleskopische Beobachtungsgabe" (Sam Sacks, Wall Street Journal) gelobt wird, fängt die Freuden und Sorgen des Alltags in kristallklarer, präziser Prosa ein. Jede Geschichte in Blank Pages erinnert uns erneut daran, warum er als einer der größten lebenden irischen Schriftsteller gilt.