Bewertung:

Das Buch polarisiert: Einige Leser sehen darin eine brillante Erforschung der intellektuellen Geschichte des italienischen Faschismus, andere kritisieren es als gescheitert in seinem Bestreben, den Faschismus neu zu definieren, weg von seiner Darstellung als gewalttätige Ideologie. Es dient sowohl als historischer Überblick als auch als Kritik an zeitgenössischen politischen Parallelen.
Vorteile:Die Leser schätzen das Buch für seinen informativen Inhalt, seine Klarheit und seine aufschlussreiche Analyse der historischen Entwicklung des italienischen Faschismus. Es gilt als maßgebliches Werk zu diesem Thema, das ein kohärentes Verständnis der beteiligten Ideologien vermittelt und eine neue Perspektive auf den Faschismus jenseits der Gewalt bietet. Der Schreibstil ist zugänglich und nicht übermäßig technisch, was ein breites Publikum anspricht.
Nachteile:Einige Kritiker halten die Schlussfolgerungen des Autors für verfehlt und argumentieren, dass die Darstellung des Faschismus seine gewalttätigen und irrationalen Aspekte nicht angemessen erfasst. Es wird befürchtet, dass der Text so missverstanden werden könnte, dass er die negativen Aspekte des Faschismus gutheißt oder herunterspielt. Die Notwendigkeit einer differenzierten Diskussion des Themas wird als nicht gegeben angesehen.
(basierend auf 9 Leserbewertungen)
Mussolini's Intellectuals: Fascist Social and Political Thought
Der Faschismus wurde traditionell als irrational und anti-intellektuell charakterisiert, der sich ausschließlich als eine Ansammlung von Mythen, Emotionen, Instinkten und Hass äußert. Diese intellektuelle Geschichte des italienischen Faschismus - das Produkt von vier Jahrzehnten Arbeit von einem der führenden Experten zu diesem Thema in der englischsprachigen Welt - bietet eine alternative Darstellung. A. James Gregor argumentiert, dass der italienische Faschismus zwar ein fehlerhaftes Glaubenssystem gewesen sein mag, dass er aber weder mehr noch weniger irrational war als andere revolutionäre Ideologien des 20. Jahrhunderts. Gregor belegt dies, indem er zum ersten Mal eine chronologische Darstellung der wichtigsten intellektuellen Figuren des italienischen Faschismus vorlegt und nachzeichnet, wie sich die Ideen der Bewegung als Reaktion auf soziale und politische Entwicklungen innerhalb und außerhalb Italiens entwickelten.
Gregor verfolgt das faschistische Denken von seinen Anfängen in der sozialistischen Ideologie um die Zeit des Ersten Weltkriegs - als Mussolini selbst ein Führer des revolutionären Sozialismus war - über seine Entwicklung zu einem eigenständigen Gedankengut bis hin zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Auf dem Weg dorthin bietet Gregor ausführliche Darstellungen einiger der wichtigsten Denker des italienischen Faschismus, darunter Sergio Panunzio und Ugo Spirito, Alfredo Rocco (Mussolinis Justizminister) und Julius Evola, eine bizarre und unheimliche Figur, die viele zeitgenössische Neofaschisten inspiriert hat.
Gregors Darstellung offenbart die Schwächen und Spannungen, die das faschistische Denken von Anfang an begleiteten, zeigt aber auch, dass wir, wenn wir eine der wichtigsten politischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts in den Griff bekommen wollen, verstehen müssen, dass der Faschismus sowohl ernsthafte intellektuelle als auch viszerale Wurzeln hatte.