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Myanmar's Buddhist-Muslim Crisis: Rohingya, Arakanese, and Burmese Narratives of Siege and Fear
Myanmars buddhistisch-muslimische Krise ist eine gründliche Untersuchung der Gründe und Rationalisierungen hinter der Gewalt in Myanmar, insbesondere der repressiven Militärkampagnen, die die Armee 2016 und 2017 gegen die Rohingya-Muslime geführt hat. Mehr als drei Jahre lang reiste John Holt durch Myanmar und führte intensive Gespräche mit prominenten und wortgewandten Teilnehmern und Beobachtern. Das Ergebnis seiner Reisen ist eine Reihe von fesselnden Porträts, die sowohl tiefe Einblicke als auch tief verwurzelte Missverständnisse offenbaren.
Um den Konflikt zu verstehen, muss Holt zunächst die Standpunkte seiner verschiedenen Gesprächspartner genau erfassen, zu denen Buddhisten und Muslime, Männer und Frauen, Mönche und Laien, Aktivisten und Wissenschaftler gehören. In den Gesprächen geht es um so unterschiedliche Themen wie den Aufstieg des buddhistischen Nationalismus, die manchmal rätselhaften und unerwarteten Positionen von Aung San Suu Kyii, die Verwendung des umstrittenen Begriffs "Rohingya", die Auswirkungen der staatlich geförderten Propaganda auf die burmesische Öffentlichkeit; Widerstand gegen die von den internationalen Medien, den Vereinten Nationen und der internationalen diplomatischen Gemeinschaft verbreiteten Narrative; die Frustrationen der lokalen politischen Führer, die sich vom politischen Entscheidungsprozess im Rakhine-Staat ausgeschlossen fühlen; und die konstruktiven Hoffnungen und Bemühungen, die von zukunftsorientierten Aktivisten in Yangon noch immer unternommen werden. Aus den Stimmen, denen er zuhört, ergeben sich drei Hauptperspektiven: die der arakanischen Buddhisten, die in Rakhine (das früher Arakan hieß) beheimatet sind, wo ein Großteil des Konflikts stattgefunden hat; die der burmesischen Buddhisten (oder Bamars), die die große Mehrheit der Bevölkerung Myanmars ausmachen; und die der Rohingya-Muslime, deren tragische Geschichte von den internationalen Medien weit verbreitet wurde.
In den Gesprächen aller drei Gruppen taucht immer wieder die Erzählung von der Belagerung auf: Alle sehen sich als die geschädigte Partei, und alle erzählen von einer Geschichte der Belagerung. John Holt lässt diese unterschiedlichen Perspektiven als engagierter und besorgter Teilnehmer zu Wort kommen und bietet einen kritischen und zugleich einfühlsamen Bericht über die tragische Lage Myanmars. Die Leser folgen den Hoffnungen und der Bestürzung dieses erfahrenen Gelehrten des Theravada-Buddhismus, während er sein eigenes Verständnis für die verschiedenen leidenschaftlichen Kräfte sucht, die in diesem sich immer noch entfaltenden Drama im Spiel sind.