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Patients and Practitioners: Lay Perceptions of Medicine in Pre-Industrial Society
Die Aufsätze in diesem Band bieten eine ungewöhnliche historische Perspektive auf die Erfahrung von Krankheit: Sie versuchen zu rekonstruieren, wie es war, in der vorindustriellen Gesellschaft krank zu sein (von einem leichten Gebrechen bis hin zu einer tödlichen Krankheit), und zwar aus der Sicht der Betroffenen selbst.
Die Autoren untersuchen die Bedeutungen, die der Krankheit beigemessen wurden, die volksmedizinischen Überzeugungen und Praktiken, die Verbreitung des volksmedizinischen Wissens und die Beziehungen zwischen den Patienten und ihren Ärzten (sowohl den professionellen als auch den „Rand“-Ärzten) aus der Sicht der Patienten. Dies ist ein wichtiges Werk, denn Krankheit und Tod beherrschten das Leben in früheren Gesellschaften in hohem Maße.
Dennoch wurden bisher fast keine Studien dieser Art durchgeführt, da praktisch alle bisherigen Abhandlungen aus der traditionellen Sicht des Arztes, des Krankenhauses oder der medizinischen Wissenschaft geschrieben wurden. Das Buch ist daher für einen breiten Kreis von Lesern interessant, die sich sowohl für Sozialgeschichte als auch für die Geschichte der Medizin selbst interessieren.