Bewertung:

Das Buch „Plants and Empire: Colonial Bioprospecting in the Atlantic World“ (Koloniale Bioprospektion in der atlantischen Welt) von Londa Schiebinger wird für seine gründliche Untersuchung der Rolle der Botanik im europäischen Imperialismus gelobt, insbesondere für die Wechselwirkung zwischen Pflanzensammlung, wirtschaftlichem Handel und Geschlechterrollen. Einige Leser kritisieren jedoch die Betonung der feministischen Theorie und argumentieren, dass sie von den historischen Gräueltaten im Zusammenhang mit dem Imperialismus ablenkt.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und leistet einen wichtigen Beitrag zur atlantischen Geschichte, indem es die wirtschaftliche Bedeutung der Botanik im Zusammenhang mit der europäischen Expansion und dem Imperialismus untersucht. Der Schreibstil ist zugänglich und macht komplexe Themen leichter verständlich. Es werden interessante historische Fragen über die Verwendung von Pflanzen und die Rolle der Frauen in der Botanik aufgeworfen.
Nachteile:Einige Leser sind der Meinung, dass das Buch den Schwerpunkt unangemessen auf die feministische Theorie verlagert und damit vom historischen Kontext des Imperialismus und des Leidens der versklavten Bevölkerung ablenkt. Kritisiert wird auch die Behauptung, europäische männliche Wissenschaftler hätten das Wissen über Abtreibungsmittel vor europäischen Frauen verborgen, da einige glauben, dass diese Informationen nicht vollständig unterdrückt wurden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Plants and Empire: Colonial Bioprospecting in the Atlantic World
Pflanzen tauchen nur selten in den großen Erzählungen über Krieg, Frieden oder gar das tägliche Leben auf, doch stehen sie oft im Mittelpunkt von Intrigen.
Jahrhundert wurden von den europäischen Imperialmächten epische wissenschaftliche Reisen finanziert, um die natürlichen Reichtümer der Neuen Welt zu erforschen und die botanischen Geheimnisse der Menschen dort zu entdecken. Die Bioprospektoren brachten Medikamente, Luxusgüter und Grundnahrungsmittel für ihren König und ihr Land mit.
Diese waghalsigen Entdecker riskierten ihr Leben, um exotische Pflanzen zu entdecken, und schufen gemeinsam mit ihren Geldgebern eine globale Kultur der Botanik. Doch einige Geheimnisse wurden entdeckt, nur um wieder verloren zu gehen. In diesem bewegenden Bericht über den Missbrauch von Ureinwohnern der Karibik und afrikanischen Sklaven beschreibt Schiebinger, wie Sklavinnen die "Pfauenblume" zu einem Abtreibungsmittel zusammenbrauten, um sicherzustellen, dass sie keine Kinder in die Unterdrückung gebären würden.
Dennoch gelangte das Wissen um die westindischen Abtreibungsmittel nie nach Europa, da die vorherrschende Meinung den Passatwind behinderte. Pflanzen und Imperium ist eine reichhaltige Geschichte von Entdeckungen und Verlusten, die die Bewegung, den Triumph und das Aussterben von Wissen im Laufe der Begegnungen zwischen Europäern und den karibischen Völkern untersucht.