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Pharmocracy: Value, Politics, and Knowledge in Global Biomedicine
In Fortsetzung seiner bahnbrechenden theoretischen Erkundungen der Beziehungen zwischen Biowissenschaften, Markt und politischer Ökonomie führt Kaushik Sunder Rajan das Konzept der Pharmokratie ein, um die Struktur und Funktionsweise der globalen Hegemonie der multinationalen Pharmaindustrie zu erklären.
Er zeigt die Logik der Pharmokratie an zwei Fallbeispielen aus dem heutigen Indien auf: der umstrittenen Einführung eines HPV-Impfstoffs im Jahr 2010 und der Verweigerung eines Patents für ein Krebsmedikament durch das indische Patentamt im Jahr 2006 und den darauf folgenden Rechtsstreitigkeiten. In beiden Fällen wurde Gesundheit vom Kapital angeeignet und von einem verkörperten Zustand des Wohlbefindens in eine abstrakte Kategorie verwandelt, die den Interessen des Kapitals unterworfen wurde.
Diese Fälle zeigen, in welch prekärer Lage sich die Demokratie durch die Pharmakratie befindet, da Indiens Anpassung an globale pharmazeutische Regelwerke die Interessen seiner Bürger gegen die des internationalen Kapitals ausspielt. Sunder Rajans Einblicke in diese Dynamik verdeutlichen, wie hoch der Einsatz der Pharmakratie an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Politik und Demokratie ist.