Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
The Politics and Poetics of Everyday Life
Das Konzept des Alltäglichen als Hebel für sozialen Wandel
Die Texte in diesem Band stellen den Versuch von Kristin Ross dar, die Frage des Alltäglichen in einer Reihe von Diskursen, Praktiken und Wissen zu denken, von der Philosophie bis zur Geschichte, von der bildenden Kunst bis zur populären Fiktion, bis hin zu den Formen kollektiven politischen Handelns in den territorialen Kämpfen von heute. Wenn das Alltagsleben, wie viele glauben, der ideale Ausgangspunkt für eine Analyse des Sozialen ist, dann ist es auch der entscheidende erste Schritt zu seiner Transformation.
Der Band beginnt mit einer Rückbesinnung auf Henri Lefebvres eindringlichen Versuch, das Alltägliche sowohl als Rückstand als auch als Ressource zu nutzen, als Ort tiefgreifender Entfremdung und - ebenso - als Ort, an dem alle emanzipatorischen Initiativen und Wünsche beginnen.
Der zweite Abschnitt befasst sich mit unseren Versuchen, uns unsere gelebte Realität in kulturellen Formen darzustellen, von der Malerei über die Literatur und den Film bis hin zu einer Analyse der zeitgenössischen Transformationen des Subgenres, das am stärksten in die tiefe Oberflächlichkeit des Alltags eingebettet ist: der Kriminalroman.
Der letzte Abschnitt wendet sich den gegenwärtigen ökologischen Besetzungen im Gefolge des Zad in Notre-Dame-des-Landes zu und verortet das Alltägliche als einen Ort reicher oppositioneller Ressourcen und immanenter sozialer Kreativität.