
Scandals and Abstraction: Financial Fiction of the Long 1980s
Die langen 1980er Jahre könnten in den Annalen der US-Kulturgeschichte mit den bleibenden Markenzeichen von Ronald Reagans Präsidentschaft, Oliver Stones Film Wall Street und der Hitsingle "Money for Nothing" von Dire Straits zusammengefasst werden. Trotz ihrer großen Unterschiede unterstreichen sie alle die Zuversicht, den Hurrapatriotismus und den Optimismus, der die US-Wirtschaft in diesem Jahrzehnt antrieb. Anhand eines breiten Spektrums von Literatur, Film und Finanzjournalismus beschreibt Scandals and Abstraction, wie die zunehmende Beschäftigung der amerikanischen Gesellschaft mit dem Finanzwesen in einer Vielzahl kultureller Materialien zum Ausdruck kam, die schließlich zum Synonym für die Postmoderne wurden.
Die allgegenwärtigen Kreditkarten, Geldtransaktionen und Geldautomaten in Don De Lillos Weißes Rauschen eröffnen diese Studie, da sie als Prüfsteine für das Gefühl der weißen Männlichkeit des Protagonisten dienen und die Erzählform des Romans begründen. Tom Wolfes Das Feuer der Eitelkeiten und Oliver Stones Wall Street beleben ein anschließendes Kapitel, da sie beide vor dem Hintergrund des Börsenkrachs von 1987 betrachtet und als Vorboten eines radikalen neuen Realismus betrachtet werden, der ein erzählerisches Monopol auf die Darstellung einer aufkommenden Finanzära beansprucht. Diese Werke machen den Weg frei für den pornografischen Exzess und die Gewalttätigkeit von Bret Easton Ellis' epochalem American Psycho, der neben dem in den 1980er Jahren populären Genre der Finanzautobiografie gelesen wird. Mit einer Reihe von pointierten Lektüren argumentiert La Berge, dass Ellis' Roman am besten verstanden werden kann, wenn er neben Ivan Boeskys Merger Mania, Donald Trumps The Art of the Deal und T. Boone Pickens' Boone untersucht wird. Ein Blick auf Jane Smileys Good Faith und die darin enthaltene Handlung rund um die Spar- und Darlehenskrise der 1980er und 1990er Jahre schließt die Studie ab und zeigt, wie die Finanzreportage zu einer Vorlage für einen Großteil unseres heutigen Schreibens über Finanzen wurde.
Ausgehend von einem breit gefächerten Archiv von Romanen, Filmen, Autobiografien und Journalismus bietet Scandals and Abstraction eine zeitgemäße Studie über den Einfluss der Wirtschaft auf die Belletristik und skizziert eine Rückkopplungsschleife, in der die Postmoderne kanonischer wurde, der Realismus postmoderner und die Finanzwelt zu einem eigenständigen kulturellen Objekt.