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Spirituality of Creation, Evolution, and Work: Catherine Keller and Pierre Teilhard de Chardin
Zwei Entwicklungen, die sich im Laufe des 19. Jahrhunderts vollzogen, hatten einen starken Einfluss auf die christliche Theologie: die erste war eine Vertiefung der Implikationen des Geschichtsbewusstseins und die zweite der Einfluss der Wissenschaft auf das christliche Selbstverständnis.
Marx' Wissenssoziologie symbolisiert die erste, Darwins Evolutionsanalyse die zweite. Diese intellektuellen Entwicklungen führten zu verschiedenen Formen von Prozessphilosophie und Theologie. In diesem Kontext hat der Dialog zwischen christlicher Theologie und Evolution zu dramatisch neuen Überzeugungen und Praktiken in der christlichen Spiritualität geführt, insbesondere in Bezug auf die Ökologie.
Seit über drei Jahrzehnten denkt Catherine Keller über die intellektuellen und praktischen Auswirkungen nach, die eine Verinnerlichung des dynamischen Charakters der Wirklichkeit auf die Praxis des christlichen Lebens haben sollte. Ihr Text veranschaulicht den grundlegenden Rahmen des dynamischen Werdens, den die Wissenschaft verlangt, unabhängig davon, ob man formal ein Prozessdenker ist oder nicht.
Pierre Teilhard de Chardin war eine frühere Figur, die sich mehr auf das Phänomen der Evolution konzentrierte, dem er als christlicher Wissenschaftler mit einer Ausbildung in Geologie und Paläontologie im Gegensatz zu Biologie oder Genetik auf besondere Weise begegnete. Die Evolution prägt ausdrücklich seine Spiritualität.
Diese beiden unterschiedlichen christlichen Autoren - der eine vertritt den imaginativen Rahmen des Seins als Prozess und Werden, der andere konzentriert sich auf die Frage, wie sich die Evolution auf das bewusste spirituelle Leben auswirkt - eröffnen neue Perspektiven auf den spirituellen Charakter des aktiven Arbeits- und Kreativlebens der Menschen in der Welt, die uns die Wissenschaft präsentiert.