Bewertung:

Das Buch stellt eine gründliche Untersuchung der Auswirkungen des Kolonialismus auf die afrikanischen Gesellschaften und Regierungen dar und bietet Einblicke in Themen wie indirekte Herrschaft und das Konzept der „dezentralen Despotie“. Es liefert zwar wertvolle pädagogische Erkenntnisse und Quellen, bemüht sich aber um eine einheitliche Erklärung der Komplexität der vielfältigen Erfahrungen auf dem Kontinent.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, aufschlussreich und bietet fantastische Einblicke in die Entwicklung der Gewalt, die Funktionsweise der indirekten Herrschaft und des Klientelismus in der afrikanischen Politik. Es enthält eine umfangreiche Sammlung von Quellen zur weiteren Erforschung und zeichnet sich durch seinen pädagogischen Wert aus.
Nachteile:Der Schreibstil ist dicht und bisweilen undurchsichtig; der Band ist für die Botschaft, die er zu vermitteln versucht, zu langatmig. Es wird versucht, die Erfahrungen Afrikas zu verallgemeinern, wobei das Hauptaugenmerk auf Südafrika liegt, was dazu führt, dass regionale Unterschiede nur unzureichend berücksichtigt werden. Die Einleitung und die Schlussfolgerung werden kritisiert, und es wird versäumt, konkrete Lösungen für die aufgeworfenen Fragen anzubieten.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Citizen and Subject: Contemporary Africa and the Legacy of Late Colonialism
Mahmood Mamdani analysiert die Hindernisse, die einer Demokratisierung im Afrika nach der Unabhängigkeit im Wege stehen, und bietet eine kühne, aufschlussreiche Darstellung des kolonialen Erbes - einer zweigeteilten Macht, die rassische Vorherrschaft durch stammesmäßig organisierte lokale Behörden vermittelte und die rassische Identität der Bürger und die ethnische Identität der Untertanen reproduzierte. Viele Autoren haben die Kolonialherrschaft entweder als "direkt" (französisch) oder "indirekt" (britisch) verstanden, wobei eine dritte Variante - die Apartheid - eine Ausnahme darstellt.
Diese wohlwollende Terminologie, so zeigt Mamdani, verschleiert die Tatsache, dass es sich in Wirklichkeit um Varianten einer Despotie handelte. Während die direkte Herrschaft den Untertanen aus rassischen Gründen ihre Rechte verweigerte, wurden sie durch die indirekte Herrschaft in einen "gewohnheitsmäßigen" Herrschaftsmodus eingebunden, bei dem die vom Staat ernannten Eingeborenenbehörden den Brauch definierten. Indem die indirekte Herrschaft (dezentralisierte Despotie) die autoritären Möglichkeiten der Kultur nutzte und der Kultur eine autoritäre Ausrichtung verlieh, war sie für Afrika richtungweisend; die Franzosen folgten diesem Beispiel, indem sie von der direkten zur indirekten Verwaltung übergingen, während die Apartheid relativ spät entstand.
Die Apartheid, so zeigt Mamdani, war eigentlich die allgemeine Form des Kolonialstaates in Afrika. Anhand von Fallstudien über ländliche (Uganda) und städtische (Südafrika) Widerstandsbewegungen erfahren wir, wie diese institutionellen Merkmale den Widerstand fragmentieren und wie Staaten dazu neigen, Reformen in einem Sektor gegen Repression im anderen auszuspielen.
Das Ergebnis ist eine bahnbrechende Neubewertung der Kolonialherrschaft in Afrika und ihrer anhaltenden Nachwirkungen. Eine Macht zu reformieren, die institutionell Spannungen zwischen Stadt und Land und zwischen Ethnien erzwingt, ist die zentrale Herausforderung für jeden, der an demokratischen Reformen in Afrika interessiert ist.