
From Enslavement to Environmentalism: Politics on a Southern African Frontier
Von der Versklavung zum Umweltschutz wirft einen herausfordernden ethnografischen und historischen Blick auf die Politik der ökologischen Entwicklung im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Mosambik. David Hughes argumentiert, dass die europäische Kolonisierung im südlichen Afrika - im Grunde ein erfolgloser Versuch, die Region in ein zweites Nordamerika oder Australien zu verwandeln - die ländliche Politik und Kultur tiefgreifend verändert hat und dies auch weiterhin tut, da neoliberale Entwickler das Land der afrikanischen Bauern im Namen des Naturschutzes und des wirtschaftlichen Fortschritts zu Waren machen.
Hughes baut seine fesselnde Analyse auf einer Art natürlichem Experiment auf: In der Vergangenheit kolonisierten die Weißen das britische Simbabwe, vermieden aber das portugiesische Mosambik fast vollständig. In Simbabwe begannen die Häuptlingstümer, die sich in der Vergangenheit auf die Kontrolle der Menschen konzentriert hatten, dem englischen Beispiel zu folgen und ihre politische Macht durch die Aufteilung und Kontrolle von Land zu festigen. In Mosambik hingegen setzte Portugal die traditionellen Praktiken der Rekrutierung und Verteilung von Zwangsarbeitern als wichtigstes Mittel zur Machtsicherung fort. Das Gebiet blieb unkartiert. Fast das gesamte zwanzigste Jahrhundert hindurch war das Grenzgebiet durch eine scharfe Trennung der Politik in Bezug auf Land, Führung, Arbeit und Ressourcennutzung gekennzeichnet.
In den späten 1990er Jahren, als weiße Südafrikaner begannen, Holzplantagen in Mosambik anzulegen, begann dieser Unterschied zu verschwinden. Unter dem Banner des Umweltschutzes und des wirtschaftlichen Fortschritts wurde den Tourismusunternehmen gestattet, bäuerliches Ackerland zu beanspruchen. Die Ziele der liberalen Naturschützer und Erschließungsfirmen waren zwar hochgesteckt, führten aber dazu, dass sie das Land ihrer Vorfahren zur Ware machten. Die politischen Entscheidungsträger im südlichen Afrika unterstützten diese neue Form der Kolonisierung als eine Form der rassischen Integration zwischen weißen Investoren und schwarzen Bauern und ebneten so den Weg für eine ironische und umstrittene Situation, in der ethnische Toleranz, Gentrifizierung und Landraub Hand in Hand gingen.
Von der Versklavung zum Umweltschutz greift Themen auf, die für die aktuellen Debatten in der Anthropologie, der Ressourcenpolitik und der Entwicklungspolitik von zentraler Bedeutung sind, und wird sowohl für regionale Spezialisten als auch für Laien von Interesse sein.