Bewertung:

Das Buch bietet einen detaillierten Überblick über die Geschichte der Psychopharmakologie und kritisiert den Niedergang der Psychiatrie durch die Einflüsse der Pharmaunternehmen und die Handlungen der akademischen Psychiater, insbesondere zwischen 1980 und 2010. Es befasst sich mit den schwerwiegenden Folgen dieser Veränderungen, einschließlich der anhaltenden Herausforderungen in der psychiatrischen Diagnose und Behandlung.
Vorteile:Das gut recherchierte und informative Buch verknüpft auf effektive Weise historische Ereignisse, gibt Einblick in die Beweggründe für Fehlverhalten in der Forschung und erörtert die schwerwiegenden Folgen der Veränderungen in der Psychiatrie.
Nachteile:Der Inhalt kann beunruhigend und ernüchternd sein und einige Leser möglicherweise überfordern, da der Schwerpunkt auf negativen Aspekten und den tragischen Folgen der damaligen Zeit liegt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Rise and Fall of the Age of Psychopharmacology
Das Zeitalter der Psychopharmakologie begann mit einem fulminanten Aufstieg in den 1950er Jahren, als sich die Wissenschaft zum ersten Mal mit der Erforschung von Medikamenten befasste, die das Gehirn und den Geist beeinflussen. Der geschätzte Historiker Edward Shorter vertritt jedoch die Ansicht, dass es in jüngster Zeit zu einem Niedergang gekommen ist, da das Angebot an Medikamenten verarmt ist und die Diagnosen durch das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen verzerrt wurden.
Die neuen Medikamente, wie etwa Prozac, waren weniger wirksam als die alten. Die neuen Diagnosen, wie z. B.
Major Depression, haben sich zunehmend von den tatsächlichen Störungen der meisten Patienten entfernt. Hinter dieser Katastrophe steht die Invasion der Pharmaindustrie in das Gebiet.
Diese Invasion hat sich kommerziell, aber nicht wissenschaftlich ausgezahlt: In den letzten dreißig Jahren gab es keine neue Klasse von Psychopharmaka. Da die Psychiatrie mit ihren Diagnosen und Therapien weitgehend versagt hat, ist das Fachgebiet im Vergleich zu früher stark zurückgegangen.
Shorter stützt sich auf umfangreiche Forschungsergebnisse aus Gerichtsverfahren. Er bietet eine historische Perspektive des Wandels und des Niedergangs im Laufe der Zeit und kommt zu dem Schluss, dass die Geschichte der Psychopharmakologie eine Katastrophe für die öffentliche Gesundheit ist.